18lebe; wir sehen unterdessen seine Wolken- und Feuer-säule durch die Wüste schweben, und rufen: Hierist Immanuel! Verhöhnt ihr nur sein Wort: Sieheich bin bei euch alle Tage! und sperrt ihn in denHimmel ein; wir hören tausendstimmiges Hosianna-geschrei in der Ferne, und jauchzen: Wer ist, dervon Bozra kommt in röthlichen Kleidern, und tritteinher in seiner großen Kraft! Hockt ihr nur, ihrhölzernen Schriftgelehrten mit der Seele ohne Reson-nanzboden und ohne Flügel, vor euren Pulten, undsucht zu demonstriren, wie dieses Stück und jenesdes Jesaias, des Daniel, der Evangelien oder derEpistel nicht ächt sei; während ihr an marklosenKnochen nagt und Stroh drescht, fahren jene Bibel-stücke über das große Todtenfeld der Menschheithin, und stürzen Götzentempel um, schaffen hintereuren Rücken eine neue Welt, und sind um dieGeltendmachung ihrer Aechtheit nicht bekümmert. Redetnur, ihr ruchlosen Lästerer, von den evangelischen Histo-rien, als von leeren Dichtungen, Fabeln, Mythen;in dem ihr sie zu Mythen stempelt, sehen wir sieauf dem Gebiete der kirchlichen Tagsgeschichte neuins Leben treten; und was wollt ihr gegen die Ge-schichte? Ist der Kannibale auch ein Mythus, dergestern noch ein wildes Thier war, und heuteschon, nachdem er das Wort vernommen, das ihrmit Füßen tretet, eine neue Kreatur in Jesu Armenliegt? Ist die Insel auch ein Mythus, die vorKurzem noch, eure Geographien sagens euch, eineBehausung des Teufels, der Finsterniß und allerSchande war; und jetzt, da kaum der Klang vomKreuz hineingedrungen, schwimmt sie im Ozean wieeine lichte Weihnachtskammer voll lieber, holdseligerund sittiger Kinder? Die neuen Schöpfungen, dieüberall das Bibelwort ins Dasein ruft, die gründliche
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