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Das letzte Gericht
Entstehung
Seite
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6Tag festgestellt, der Tag erscheint. Das Auge un-sers Glaubens schaut schon in seinen Feuerglanz hin-ein; ja über ihn hinaus sogar, und weiter schaut es.Die Welt ersieht nichts Großes in der Ferne. IhrePropheten, wenn sie zu weissagen wagen, was schauensie? Eine Erde etwa mit einem Netz von Eisenbahnenüberspannt; eine Zeit an sinnlichen Genüssen reicher,als die heutige; ein Jahrhundert größerer oder allge-meinerer politischer Freiheit; eine Menschheit, in derein jeder den Göthe und Schiller gelesen hat und zuwürdigen weiß; und das ist das Höchste, was träu-mend in der Zukunft sie gewahren. Armseliger Ge-sichtskreis! Kümmerliche Aussicht! Es ist dies aberder Fluch der glaubenslosen Blindheit, daß sie auchin ihrem höchsten Aufschwung auf dem Bauche kriechtund Erde ißt, aus dem Materiellen, Zeitlichen undMenschlichen nimmer heraus kann; daß sie nur weißvon einem ewigen Kreislauf der irdischen Dinge;nichts aber ahndet von dem erhabenen Gange desgöttlichen Regierungsplanes über die Welt; nichtsvon den großartigen Entwickelungen, durch die esmit der Welt hindurch gehn soll; nichts von derMenschheit eigentlicher und höchster Bestimmung, undvon den wundervollen Ziel- und Ausgangspunktennichts, denen Alles in der Welt entgegenschreitet. DerGlaube schaut mit festem Blicke durch Jahrtausendehindurch. Vor ihm liegt das Buch der Geschichterückwärts und vorwärts aufgeschlossen und entsiegelt.Er weiß schon, wohin Alles ausschlägt, und siehetin Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft die Herr-lichkeit Gottes.Wann aber des Menschen Sohn kommen wirdin seiner Herrlichkeit, und alle heiligen Engel mitihm. Hört wohl zu, ihr Ungläubigen und Zweiflerin unserer Mitte. O sagt, wo bleibt ihr hier doch