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Gedichte eines Rhenanen
Entstehung
Seite
122
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Der Seele Reinheit hab' ich nie verkaufetGen schnöde Dogmen feiler Priesterschaaren,Seitdem als Kind ich wurde Chriſt getaufet.Ich huldigte dem Schönen und dem Wahren,Hab' nie um eines Fürsten schmalen BissenVertrödelt mein Gemüth und mein Gewissen....XVI..Wie viele Spatzen um den Dichter schwirren,Der möchte dies und jener das verlangen,Wir singen anders wie die Väter sangen,Gar schwer es hält vom Wege nicht zu irren.Denn uns're Zeit, sie liegt in einem Wirren,Der Muth ist zu den Vätern heimgegangen,Die deutschen Männer zittern wie die Rangen,Und viele lassen sich wie Täubchen kirren..Es bleibt das Volk nur eine todte Masse,Bis seine Lehrerinnen, die Gedanken.Der Freiheit brechen eine breite Gasse.Und jener Löwe schüttelt seine Pranken,Der jetzt den deutſchen Großen dient zum Spaſſe,Die selbst im Meer des Lebens immer schwanken.

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