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Gedichte eines Rhenanen
Entstehung
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115VI.Aus meiner Seele Schacht die Lieder quellenGleich weißen Lilien zum Lichte schießendGleich goldnen Blumenkelchen überfließendVom Hauch der Poesie, der azurhellen!O, könnten sie doch gleich der Tonkunst WellenSich rauschend durch dein junges Herz ergießendD'rin blüh'nde Zauberauen auferschließendDen Busen höher dir und höher schwellen!Doch ach, der Dichter wird verstanden selten,Auch dein Geschlecht ist so prosaisch worden,Daß es, gleich wie ein Bürger and'rer Welten,Ihn anschaut, während es die Freiheit mordenVon Henkern sieht. Indeß aus seinen ZeltenDer Dichter kämpft allein gen Selavenhorden!VII.Nicht wie die stolzen Tulpe hier zu prangen,Die strotzt von gold'nen Kelchen voll Sapphiren:Wie ein bescheid'nes Veilchen dich zu zieren,Einfachen Schmuckes scheinet dein Verlangen.Ich möcht' als Thau in deinem Kelche hangen,Bis mich die Sonne wegküßt mit Zephyren: