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Gedichte eines Rhenanen
Entstehung
Seite
66
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66.Ich weiht' mich der Berufespflicht mit LiebeUnd würzte sie mit heitrem Lebenssinn.Da hört' ich unverhofft die seltne Mähr,— ErlDaß auch durch Hymens Band gebundenUnd wie ein Stern mit hellem StrahlenscheineDurch Wolken bricht, beleuchtend unsern Pfad:So dacht' ich, wird die Liebliche und ReineIhn frischer noch begeistern zu der That,Es wird der schlechtgelohnte Geist entwindenSich bittrer Erdenſorgen Weſenheit,Und nun in Mariannens Armen findenDie wohlverdiente Erdenseligkeit.Sie wird ihm zaubern eine neue Welt,Worin die Liebe ihn gefangen hält.Die Zeit verfloß; zum theuern VaterlandeBracht' mich zurück der furchenziehende Kiel.Ich dacht am weinumkränzten Rheinesſtrande,Die Düsselstadt war meiner Reise Ziel.Der Dämpfer führt mich schnell zu ihren Mauern.Ich fühl' mich glücklich nach Poeten⸗Art,Fand keinen meiner Lieben zu betrauern,Und rastetete nach stürmevoller Fahrt.Zum Freunde eilt' ich; ha, wie geht es dann!Du hier?—Willkommen!—Was macht Immermann?Dem, hieß es, hat die Gattin kaum geborenEin Kind, so stieg zum Orkus er hinab!Ha, rief ich, war die Ahnung nicht verloren,