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Gedichte eines Rhenanen
Entstehung
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67Sein ernstes Schweigen deutete zum Grab;Schon als er vor mir stand in Lebensfülle,Sein Genius die Fackel hat geschwenkt,Und in geheimnißvoller, weiſer StilleDieselbe nun zur Erde hingesenkt.Denn ungern giebt uns hier das WeltgeſchickZwei Gaben: Poesie und Liebesglück!Es ließ die Helikoniaden walten,Reicht' ihm den Rosen= und den LorbeerkranzThaliens und Melpomenens GeſtaltenFührt er uns vor im flücht'gen Horentanz!Und förderte die schöne Stadt am Rheine,Zur weit geprieſ'nen Pflegerin der Kunſt,So daß sie glänzte in dem FeuerscheineDer Musen durch Apollo's hohe Gunst,Und daß ein zweites Weimar und AthenDie deutschen Gau'n am Rheine sah'n erstehn.Zu schnell entschwebt zum Lande hoher AhnenKörperentfeſſelt dieſer Feuergeiſt,zu jenen poesieerfüllten Bahnen,Wohin ein Gott der Wahrheit weist;Drum müssen wir die holden Musen ehren,Die uns der Himmel zugesendet hat,Und jene Dichter, die uns Schönheit lehren,Wie Immermann, durch Wort und That,Sie leben stets in ihren Werken fort,Ihr bestes Monument das ist — ihr Wort!