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Gedichte eines Rhenanen
Entstehung
Seite
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63Dort an der Ecke ragt ein hohes Haus,Des Mondes. Schimmer zeigt mir Kerkermauern;Sie öffnen sich, da tritt ein Geist herausUnd ruft: Hier herrscht die Knechtschaft und dasTrauern!Ein schlimm Geschick hat den verirrten SchafenGedient als Führer auf des Lasters Bahn:O Gott der Freiheit, laß die Knechte schlafen,Und rein'ge ihre Seelen von dem Wahn!Was birgt wol jener herrliche Pallast,Mit Porphirsäulen und mit Marmorwänden?Hier kennen Menschen weder Müh' noch Last,Für sie im Flug, es regen sich die Hände.Sie betten sich auf ihrem gold'nen PfühleUnd decken sich mit seid'nen Kissen zu,O Gott der Wahrheit, ihre Stirne kühle,Wenn sie's verdienen durch Gewissensruh.Jetzt stehe ich vor einem alten HausD'rin wohn't ein armes Weib mit ihrer Sippe,Den Mann verlor sie durch der Stürme Braus,Und setzt den Kelch der Leiden an die Lippe;Es perlen Thränen oft aus ihren AugenWenn ſie an ihrer Kinder Loos gedenkt;.O Gott der Güte, laß sie Tröstung saugenUnd sende deinen Engel, der sie lenkt!