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Jakobe von Baden : Schauspiel
Entstehung
Seite
132
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132Sybille.Was hör' ich?Hochwürd'ger Herr, Ihr wollt sie ziehen lassen?Jetzt, wo sie Rechenschaft zu geben hatdem Kaiser und der Kirche? Nimmermehr!Erzbischof.Der Kaiser will vor allem, daß kein Aufsehnentsteh', kein offenkundig Aergerniß.Als Mittler, nicht als Schergen, saudt' er mich.Sie ziehe. Keinen Auftrag gab er mir,sie festzuhalten, und ich fühle keinenBeruf dazu, ich sag' es unverhohlen.Es scheint die Klage mehr sich auf Verdachtzu gründen, und Erbitterung der Herzen,als auf Geschehenes und Wirkliches.Seit ich sie sah und hörte, kann ich mirgar nicht mehr denken daß sie strafbar sei.Wohl seh' ich, daß sie noch am bösen Giftder neuen unheilvollen Lehre kränkelt,davon sie aber später kann genesendurch Gottes Gnad' und sanfte Mahnungen.Doch daß sie hätte Gräuel ausgeübt,wie man zur Last ihr legt, ist kaum zu glauben.Sybille (die Hände ringend).Das ist die Macht der Hölle, daß sie selbstdie heil'gen Männer blendet, die die Säulender Kirche sind!Waldenfels.Hochwürd'ger Herr, wir habender Zeugen gegen sie mehr als genug.Erzbischof.Und können nicht die Zeugen auch sich täuschen?Prinzessin, habt Ihr Euch nicht selbst getäuscht?Ihr glaubtet fest, das Volk verwünsche sie,