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Jakobe von Baden : Schauspiel
Entstehung
Seite
130
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130ErzbischofBei Gott, ich weiß nicht, was ich denken soll!Zwar heftig sprach sie, doch es war kein Tobenerboßter Sünde. Wenn sie schuldig ist,so übt sie unbegreifliche Verstellung.Denn ihrer Stimme fester Klang ertöntewie aus den Tiefen innerer Ueberzeugung.Aus ihren Augen blitzte die Gewaltsiegreicher Unschuld.Sybille.Einer Zauberinsteht jeder Seelenausdruck zu Gebot.Waldenfels.Der Schuld Bewußtsein birgt sie hinter Zorn.Herzog (sich zusammennehmend).Schweigt, Elende! Was untersteht Ihr Euch?Vergeßt Ihr ganz, daß ich zugegen hin?Ich bin der Herzog! Und ich duld' es nicht!Hochwürd'ger Herr, ſagt ihnen doch die Meinung.(in Thränen ausbrechend)Es ist zu arg! Und meine Frau ist schuldlos!Ich weiß es, und es kann nicht anders sein!Wär sie es nicht, der Engel wäre nimmerzu ihr herabgestiegen.Sybille (heimlich zum Erzbischof).Hört Ihr? Hört IhrSie hat ihm einen Wahnsinnstrank gegeben.Erzbischof.Was ist es mit dem Engel, hoher Herr?Erzählt es mir.Herzog (ihm in's Ohr)Hier nicht. Hier kann ich nicht.Hier lanekt jemand, den es mit betrifft.Laßt Euch gefallen, dies in meiner Beichte