125Unwürdig meiner ist es, mehr zu lesen,unwürdig meiner, darauf zu erwiedern.(sie sieht nach den Unterschriften)Wer unterschrieb? — Ha, dieser stolze Adel —dem ich nicht schmeichelte, dem ich nicht gab!(sie wirft die Schrift zur Erde und tritt darauf)Mein Fußtritt über Euch, Nichtswürdige!Erzbischof.Nicht diesen Zorn, ich bitt' Euch, hohe Frau!Er wirkt nichts Gutes. Wenn Ihr schuldlos seid,wie niemand heißer wünschen kann, als ich,ſo könnt Ihr ruhig Euch rechtfertigen.Jakobe.Rechtfertigen! So wähnt Ihr in der That,ich würde mich so tief erniedrigen,so sehr mich selbst und meinen Rang verkennen,einen Gerichtshof über mir zu dulden?Habt Ihr vergessen, welches Bluts ich bin?Nicht Rede steh' ich, als vor Gott dem Herrn!Erzbischof.Der Kaiser aber ist von Gott dem Herrnauf Erden eingesetzt. Vor ihm in Deutschland,und vor der Kirche, beugen sich die Fürsten:Jakobe.Nicht alle! — Der sich beugt, der thut's auf seineGefahr. Ich aber kenne meine Rechte!Erzbischof.O dies ist eine Frucht der neuen Lehre!Jakobe.Es ist die Frucht der Wahrheit und des Lichts!— Geht hin, hochwürd'ger Herr, und sagt dem Kaiser,was Ihr gehört. Ich ehre ſeinen Boten,doch seines Boten Richteramt verwerf' ich.Der Kaiser weiß, was Fürstenhofeit ist.
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