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Jakobe von Baden : Schauspiel
Entstehung
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124Jakobe (schlägt sie auf).Das wußt' ich! Obenan Prinzeß Sybille.(durchstiegt sie)Abscheulich! Unerhört! O pfui! Wo bin ich?Ist das ein böser Traum? Darf ich mir glauben,was ich erlebe? Ha, was hält mich ab,den nächsten Dolch zu fassenNein, fürwahr!Nicht würdig meines Zorns ist solcher Umtrieb,Darauf gehört die Geißel, nicht der Stahl,(mit Hohn und Verachtung) Wer hätte denken sollen, fromme Dame,daß Ihr auch nur dem Namen nach die Laster,die Gräuel alle kenntet, deren Ihrmich zeiht! Ich dacht' Euch eingehüllt in Tugend,umwölkt von Weihrauch, überströmt von Flutengeweihten Wassers, ganz in Geistliches,in Uebersinnliches und Himmlischreinesverklärt und aufgelöst und siehe da,Ihr kennt die Welt und ihre böſen Triebegar gründlich und genau. Man sollte schwören,Ihr hättet in dem Kloster, wo man Euch erzog,ganz artige Erfahrungen gemacht.(sie liest wieder)Noch mehr, und immer ärger! Wie, Prinzessin!Dies rührt von Euch her, und Ihr könnt die Augenaufschlagen vor der Welt? Ich könnt' es nicht!Ich nicht! Ich bin nicht fromm genug dazu!Sybille.Ich schweige jetzt vor diesem Höheren.Doch werd' ich Euch antworten, wenn es Zeit ist.Jakobe.Zeit ist es, daß Ihr geht, und besser werdet.Herr Erzbischof, dies ist ein Schandgewebe.