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Jakobe von Baden : Schauspiel
Entstehung
Seite
123
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123gebt nicht dem Stolz, dem heft'gen Sinn Gehör,vergeßt die bösen Worte, die Euch trafen,blickt nicht zurück auf das Geschehene,bedenkt nur eines: daß es Pflicht Euch ist,ein Aergerniß zu meiden vor dem Volk.Noch ist's zum Frieden Zeit. Noch will der Kaisernicht fragen, wer hier strafbar ist, wer nicht.Wenn nur der Zwist bedeckt ist, und begraben,so ist er schon vergnügt. Gern überläßt erdas Richteramt dem rächenden Gewissen.Jakobe.Ich hoffe sehr, der KaiserDas Richteramt!vermißt sich nicht des Richteramts bei mir?Erzbischof.Wie, hohe Frau! Das Oberhaupt des ReichsJakobe.Dies ist ein Zwist des Hauses, keine Sachedes Reichs.Erzbischof.(auf die Klageschrift deutend, die der Herzog noch in Händen hält).Erlauchte, leſet dieſe Schrift.Die Stände Jülichs haben an den Kaisermit offner Klage sich gewendet, folglichJakobe.Die Stände? Gebt!Herzog (zagend).Doch, liebe Frau Jakobe,Ihr braucht nicht zu erschrecken; wahrlich nicht.Dieser hochwürd'ge Herr wird alles ebnen,und hell vor ihm wird Eure Unschuld leuchten.Jakobe.Gebt mir die Schrift! Wovor sollt' ich erschrecken?Herzog (reicht ihr die Schrift).