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Jakobe von Baden : Schauspiel
Entstehung
Seite
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122Jakobe (mit Achtung und Freundlichkeit).Seid mir gegrüßt, hochwürd'ger Herr.Der Friede?Ich wünsch' es mit. Doch seid Ihr im Geleitdes Friedens nicht gekommen.Erzbischof (sanft).Hohe Frau,der Blick der Menschen ist nicht immer klar,und keinen, der gelebt hat, ist dem Irrthumentgangen. Greife jeder in sein Herz,da trifft er oft, was ihm mißfällt an andern.Drum laßt uns, wie der Herr, die Feinde segnen,auf daß wir sie zu uns hinüberführen.Jakobe.Wenn man Euch rief, Versöhnung hier zu stiften,ehrwürd'ger Vater, so beklag' ich es.Hier ist nicht mehr zu helfen.Erzbischof.Doch. Ich hoff' es.Und also sag' ich Euch, erlauchte Frau,man rief mich nicht. Der Kaiser sendet mich,als Oberhaupt des deutschen Staatenbundes.Er sendet mich, zu schlichten einen Streit,der ihm ein Kummer ist. Er sendet mich,Entscheidung auszusprechen zwischen Euchund denen, so bei ihm Euch schwerer Frevelverklagen.Jakobe(mit einem Blick auf Sybille).Ha! Da ziſcht die Schlange wieder!Erzbischof.Ich aber möcht ein Bote sein des Friedens,und nicht ein Angeuzenge bösen Streits.Drum bitt' ich euch, erlanchte Damen beide,laßt nicht die Leidenschaft euch weiter führen,