Druckschrift 
Jakobe von Baden : Schauspiel
Entstehung
Seite
120
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120Sybille(horcht hoch auf, dann heimlich zum Erzbischof).Hört Ihr? Hört Ihr?Er ist verzaubert. Sein Verstand ist irre.Erzbischof.Erholt Euch, hoher Herr. Mit zarter Schonungwill ich verfahren in dem bösen Handel.Ist Eure Gattin ſchuldlos, o ſo wirdihr Antlitz leuchten, ihre Zunge wirdgleich einem Blitz den Angriff niederschlagen.Und ich, mit Freude werd' ich selbst der erstelaut rufen: Heil der Unbescholtenen!Herzog.Ja! wendet ab die Schmach von meinem Haus!Ihr werdet frei sie finden von den Gräueln,die hier verzeichnet stehn, wenn auch nicht freivon Mängeln, die der Jugend eigen sind.Erzbischof.Vor allem, hoher Herr, nehmt die Gewalt,die Gott Euch hat vertraut, dem wieder ab,dem Ihr sie, fast zu gnädig, übertrugt.Herzog (sieht ihn erstaunt an).Wem übertrug ich sie?Erzbischof.Dem Ritter(er befinnt sich nicht des Namens)Sybille.Hall.Herzog.Ah, nun versteh' ich Euch. Ihr meint die Vollmacht.Erzbischof.Nehmt sie zurück. Ich bin an Euch gesendetvom Kaiser und der Kirch', und kann mit niemandhier handeln, als mit Euch.