— 119ermächtigt, zu entscheiden zwischen mirund deiner Gattin.Herzog.Wie?Erzbischof.Erlauchter Herr,vernehmt! Im Namen Seiner Majestät,Rudolph des Zweiten, wie im Namen auchder Kirche Gottes, steh' ich jetzt vor Euch.Dem Kaiſer iſt ein Schreiben zugekommenvon Eurer Schwester, und zugleich mit ihmeine Beschwerdeführung Eurer Stände,bedeckt mit Namen aus den edelstenGeschlechtern; und der Inhalt beider Schriftenist eine peinliche Anklage gegenJakobe von Baden, Herzogin von Jülich.Herzog (erblassend).Um Gott! Um Gott! Was muß ich hören?Erzbischof(die Schrift der Stände hervorziehend und sie ihm überreichend).Leset!Herzog (steht die Schrift durch).Gräßlich!Entsetzlich!(er schwankt)Erzbischof.Steht ihm bei!Waldenfels (rückt ihm einen Stuhl).Sybille (mit geheuchelter Angst).Mein Bruder!Herzog (ist in den Stuhl gesunken).Hochwürd'ger — Herr! — Die Stände — sind im Irrthum.Und meiner Schwester — wolle Gott — verzeihn!Jakobe ist eine Heilige — gegen sie.Ein Engel ist ihr in der Nacht erschienen.Er bürgt für ihre Unschuld.
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