116Siebenter Auftritt.(Zimmer des Herzogs mit dem Hausaltar.)Herzog. Doktor Solemander.Herzog.So glaubt Ihr, Doktor, daß es nichts bedeutet?Doktor.Nicht das Geringste. Euer Puls geht ruhig.Euch quält nur wieder Eure Aengstlichkeit.Ihr seid ein Kranker in der Einbildung.Lebt wohl, erlauchter Herr.Herzog.Ihr wollt schon gehn?Doktor.Nach mir, Herr Herzog, seufzen andere,die wirklich krank sind. Meine Zeit ist kostbar.Ich muß auch zur Prinzeß Sybille noch.Sie hat nach mir verlangt. Ein alter Aergersteckt, glaub' ich, ihr im Blut. (er will ab)Herzog.Mein lieber Doktor,geht nicht so schnell hinweg. In diesen Tagenhab' ich so viel Erschütterung der Seeleerlitten. Könntet Ihr mir nicht ein Mittelverschreiben, das dem Ausbruch einer Krankheitvorbeugte?Doktor.Nimmermehr. Das wär' ein Mißbrauchder Heilkunst. Spart die Kraft der Eingeweide,und stört nicht die Werkstätten der Natur.Wir wissen ohnehin nicht ganz gewiß,ob wir durch unsre vielen Arzeneiennicht mehr der Kranken tödten, als wir retten,soll ich noch Tränke brauen für Gesunde?
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten