— 115 —Erzbischof.Ihr seht vielleicht zu schwarz, erlauchtes Fräulein.Zu großer Eifer blendet leicht das Auge,und weil man über Dinge zürnt, die wahr sind,hält man für wahr auch solche, die nur scheinen.(vom Fenster gehend)Sie sind vorüber. — Dieses Volkes Freudescheint mir nicht künstlich. Denn der offne Brief,den sie ausrufen ließ, nimmt eine Steuerzurück, die drückend war.SybilleSie that's aus Klugheit,die Herzen, die empörten, zu versöhnen.Nur wer sie näher kennt, durchschaut sie ganz.Waldenfels.Auch gibt sie ein Versprechen, das sie nichtzu halten willens ist, ja, das zu haltensie nicht vermag. Ihr ist's nur um den Eindruckdes Augenblicks.Erzbischof.Dies alles wird sich zeigenim offenen Gericht, und wolle Gott,es möge friedlich und versöhnend enden!Kommt nun zum Herzog, daß ich meine Sendungbeginne. Fürchtet nichts, erlauchtes Fräulein.An meiner Seite wird man Euch den Zutrittnicht weigern. Eures hohen Bruders Herzist weichgeschaffen. Nimmer kann ich sehn,daß sich Geschwister feindlich fliehn und hassen.Eure Versöhnung sei mein erstes Werk.Sybille (küßt seine Hand).(une al
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