Druckschrift 
Jakobe von Baden : Schauspiel
Entstehung
Seite
69
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69bevor ihr einen Beichtiger gewählt.Versprecht mir, daß Ihr morgen Euch dazubestimmen wollt, Jakobe! Bitte, bitte!Jakobe.Wenn jeder Priester binden kann und lösen,so kann es mir zu keiner Stunde fehlen,und nicht bedarf es der besondern Wahl.Doch weil es Eures Herzens Ruhe gilt,so wähl' ich morgen den, den Ihr mir sendet.Herzog (entzückt.)Dank! Dank! O laßt mich küssen diese Hand!(er will ihre Hand zum Mund führen, läßt sie aber schnell wiederfahren.)Doch nein! Es ist nicht ziemlich vor der Andacht.(er nimmt das Buch zur Hand).So laßt uns denn das Irdische vergessen,und himmelwärts erheben unsern Geist! Erst will ich das Brevier mit leiser Stimmeablesen, und Ihr hört mit Salbung zu.Dann wollen wir Betrachtungen anstellen,erbauliche, vom Tod und Weltgericht.Zum Schlusse wollen wir den Rosenkranzdurchbeten.(er fängt an zu blättern.)Jakobe.Schön!(für sich.)Gott helfe mir! Das dauert.zwei Glockenstunden. Ich ertrag' es nicht!(sie winkt Mathilde.)Mathilde(naht sich behutsam ihrem Stuhl, vom Herzog ungesehn.)Jakobe (füſtert ihr in's Ohr.)Mathilde(gibt zu erkennen, daß sie sie verstanden, und eilt ab in den Alkopen.)