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Jakobe von Baden : Schauspiel
Entstehung
Seite
67
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67Jakobe (unwittig)Mein Gott, was will der gute Mann von mir?Sag' ihm, ich schliefe schon!Mathilde.Es ist zu spät.Neunter Auftritt.Jakobe. Mathilde. Dazu: der Herzog(im Hauskleid.)(Zwei Pagen haben ihm die Thür geöffnet, zwei andere folgen ihm,der eine mit einem Krucifix, der andere mit einem großen Buch).Jakobe.Willkommen, mein Gemahl! Ich dachte nicht,Euch noch zu seh'n in dieser späten Stunde.Herzog.(dem ein Rosenkranz mit großen Körnern am Arm hängt).Verzeiht mir, Frau Jakobe. Zu dem Werkder Andacht ist die Stunde nie zu spät.(Auf seinen Wink setzen die Pagen ihre Bürde auf den Arbeitslisch zurLinken, die beiden andern rücken zwei Stühle davor, worauf siesich alle durch die Thür links entfernen.)Ein heil'ger Eifer, den ein guter Engelmir eingehaucht hat, führt mich her. Erlaubt,daß ich mit Euch Betstunde halten möge.Es ist besonders heilsam für die Seele,kurz, eh man sich dem weichen Schlaf ergibt,der uns an seinen Bruder mahnt, den Tod.(er ordnet Krucifix und Buch auf dem Tisch.)Jakobe (leife zu Mathilde)Betstunde! Jetzt! O Qual! Nicht blos die Frömmler,sogar die wahrhaft Frommen martern mich.Mathilde.Fügt Euch in seinen Willen, daß er sichin Euren füge, wenn Ihr sein bedürft.Jakobe.Es sei. Zieh Dich zurück, doch bleib mir nah.Mathilde.(entfernt sich bis an den Alkoven, wo sie beobachtend stehn bleibt)