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Jakobe von Baden : Schauspiel
Entstehung
Seite
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66Hast du dem Knaben in die Augen recht geschaut?Wie klar! kristallenrein! durchsichtig fast!Das bleibt nicht so, wenn erst der Lauf der Weltdas Herz entweiht hat. Keiner lebt auf Erden,der noch die Engelreinheit trüg' im Augeals Mann, die ihm darin geglänzt als Kind.Mathilde.Wohl wahr, erlauchte Frau. Doch wär's auch wiedernicht gut, wenn man ein Kind zeitlebens bliebe.Zum Beispiel, Ihr. Wie würd' es Euch ergehn,wenn Ihr ein Kind sein wolltet unter diesenarglist'gen Menschen, die Euch hier umlauern?Jakobe.Wahr sprichst du. Mit den Bösen wird man böse.(Indem sie sich an den Putztisch setzt, und etwas von ihrem Kopfputzablegt u.)Ich bin heut müder, als ich lang nicht war.Mathilde (an ihr beschäftigt u.)Die Abendluft war scharf.Jakobe.Sie kühlte mich.Denn brennend quoll das Blut mir in den Adern.Ich war empört in meiner tiefsten Seele.Jetzt bin ich ruhiger. Geordnet istin meinem Haupt, was ich beginnen will,und vorgezeichnet hab' ich mir den Weg.Jetzt fordert die Natur ihr Recht. Mir fallendie Wimper zu. Ich will zu Bett, Mathilde.(sie steht auf und geht gegen den Alkoben zu).Was ist das für Geräusch im Nebenzimmer?Sieh nach.Mathilde(öffnet die Thüre links, erschrocken).Erlauchte Frau, es ist der Herzog.