56den Schein nicht mied der Frevel, deren Ihrsie zeiht. Jedoch der Schein ist nicht die That.Sybille.Doch, doch! Bei Hof, Broill, ist der Schein die That.Waldenfels.Erlauchtes Fräulein, laßt mich für den Kanzlerdie Frage, die Ihr ihm gethan, erwiedern.Mir scheint nicht rathsam, daß Ihr Eurem Bruderschon Kunde gebt von dieser Klageschrift.Ihn muß das ausgeführte Werk mit sichfortreißen, eh er weiß, wie ihm geschieht.Vor dem Entwurf erbebt sein schüchtern Herz,und möglich wär' es, er verdürb' uns alles.Wer bürgt uns, daß er nicht in schwacher Stundeder Gattin allesSybille.Ja, das mein' ich auch!In ſeinem Namen, aber ohne ſeinMitwissen handeln wir. Sind wir am Ziel,so muß er wollen, oder wir erklären,sie hab' ihn so verzaubert und verblendet,daß sein Verstand geschwächt sei. Freilich, dazubedarf es keiner Zauberkünste.(plötzlich von einem Gedanken ergriffen).Halt!Welch ein Gedanke fliegt mich an? O herrlich!O köstlich! — Waldenfels! Ein neuer Stein,den ich auf die Verhaßte schleudre!— Fügetzu unsrer Schrift, sie brauche Zaubermittel,womit sie ihres Mannes Geist bestricke,Denn täglich blöder würde sein Verstand.Waldenfels.Sehr wohl.
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