57Broill.Dies ist nicht eben eine Lüge.Doch daß ein andrer Zauber walte hier,als der in der Natur gegründet ist,das möchte schwerlich zu erweisen sein.Sybille.Zu allem fähig ist die Glaubensfeindin!Ich will noch diese Nacht dem Kaiser schreiben.Rudolph ist mir geneigt noch von den Tagen her,da ich zu Frankfurt war bei seiner Krönung.Ich will ihn bitten flehentlich und dringend,er wolle hier kraft kaiserlicher Schutz-gewalt einschreiten, da das Haupt des Hausesmit Blödigkeit geschlagen sei, er wollezerreißen dieser Ehe heillos Band,denn unter solchen bösen Zeichen seian Leibeserben nimmermehr zu denken,und nicht zu wünschen auch, daß solche kommen,denn kein Gefäß der Gnade sei dies Weib,Ja, Uebermüthige, ein Ungewittersoll sich aufthürmen über deinem Haupt,daß du verzagen sollst in deiner Seele.Ich ruhe nicht, bis du zu Boden bist.Du hast dich wie ein zürnend Kind gerächt,und bist auf halbem Wege stehn geblieben.Ich will mich rächen wie ein rasend, Weib,und an die Pforten dich des Tode's drängen.Dann will ich mich an deinem Jammer weiden,will deiner Thränen spotten, will dein letztesGebet mit meinem Fluch verwirren.(eine Glocke ertönt).Horch!
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