Druckschrift 
Jakobe von Baden : Schauspiel
Entstehung
Seite
55
Einzelbild herunterladen
 

55Sybille.Erinnert mich an diese höllischeVerblendung nicht, die mich in's Garn gelockt!Ich will nun ſicherer zu Werke gehn,und wer zuletzt den Sieg erringt, ist Meister.Broill.Wenn sich's im Guten noch beenden ließeSybille.Im Guten Broill! So wenig ehrt Ihr mich?Ich ſoll den Hohn ertragen dieſer Stolzen?Nicht Rache soll ich, volle Rache nichtan dieser Frechen nehmen? Ha, beim Himmel,eh will ich meine Seligkeit verpfänden,eh ich vergebe, was sie mir gethan!Hätte sie nach dem Leben mir getrachtetich könnt's verzeihn. Sie hat mich vor dem Hofbeschämt. Verzeih ihr Gott! Ich kann es nicht.Genug davon. Mir kocht das Blut empor.Was glaubt Ihr, Kanzler, welchen Eindruck würdedie Klageschrift auf meinen Bruder machen,die wir beredeten? Hier ist sie fertig.Broill.Erlauchtes Fräulein, ist mein Rath Euch werth,so unterdrückt noch völlig diese Schrift,wenn ihr nicht unverwerfliche Beweiſe,unwiderlegliche, darbringen könnt,woran ich zweifle.Sybille (erbittert).Immer zweifelt Ihr!Broill.h zweifle nicht, daß sich die Herzoginließ manche Thorheit, manches Aergernißzu schulden kommen, ja sogar, daß sie