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TU. Brak. III. Abteilung.
95. Tennstedt und Todtleben.
Zu Tennstedt, der bekannten im jetzigen Preussischen Kreise Lan-gensalza gelegenen Stadt, trugen die Herren von Wangenheim schon1349 vom Landgrafen von Thüringen zu Lehn ein Burglehn mit 4 HufenLand, die Voigtei über 5 andere Hufen, und eine Mark Silbers an Bank-geld aus Tennstedt (Uro. 60 der II. Sammlung).
Von den Grafen von Lauterberg und nach deren Absterben vomStifte Quedlinburg, werden die von Wangenheim aber 1397 alsmit der Pfarrkirche zu Tennstedt („in den frenchoven") und ferner mit4 Hufen Landes und mit drei Höfen im Dorfe Todtleben beliehen auf-geführt (Heg. 136 der ersten Sammlung). In den Wangenheimschen Fa-milien-Archiven findet sich über diese Lehnstücke keinerlei Kachricht, undscheinen dieselben frühzeitig weiter verafterlehnt zu sein.
Möglicher Weise ist aus diesen Besitzungen das Gut hervorgegangen,welches bis ins vorige Jahrhundert zu Sundhausen als ein vom Seniordes Wangenheim-Wintersteinschen Stammes relevirendes Ritterlehn be-stand, und früher vielleicht den Herren von Sundhausen, darauf aberohne Zweifel den Herren von Heilingen, von welchen Hans Dietrichv. Heyling zuletzt am 31. May 1679 die Lehn muthete, und später denHerren Walter zu Lehn gegeben war.
Uebrigens geht aus dem Thüringenschen Cop.-Buch pro 1560 fol. 95im Königlichen Provinzial-Archive zu Magdeburg hervor, dass Frie-drich von Wangenheim (unstreitig der Aeltere, und damals Seniordes Stammes Winterstein) mit dem Rathe zu Tennstedt wegen einesgeistlichen Lehns in Streit war, was die letzte uns aufgestossene Spurder Lauterberg-Quedlinburg'schen Lehne in Tennstedt ist.
96. Thüdinghausen, Amts Moringen-Hardegsen,
ein zwischen Moringen und Hardegsen belegenes Dorf in den Gren-zen des alten Amts Moringen, grenzt mit seiner Feldmark an diejenigeder Stadt Moringen, und erwarb der Oberhofmarschall von Wangen-heim in diesen Fluren von dem Geheimen'Canzlei-Secretair v. Reichegleichzeitig mit den v. Reicheschen Besitzungen zu Emmenhausen aucheinige unbedeutende aber mittelst besonderer Königlicher Lehnbriefe ver-liehenen Lehngrundstücke, welche den Lehnbriefen nach in 4'/ 2 MorgenLandes vor Thüdinghausen und 6 Morgen und einer Wiese auf derMark zu Dentissen bei den Piltzhagen (einer zur Moring'ener Stadt-flur gezogenen Wüstung) bestehen sollten.
Der älteste darüber vorhandene Lehnbrief war von Herzog Erichdem Aeltern 1527 dem Heinrich Vosskorn zu Moringen ertheilt,