Clingen. Coburg. Craula. 1021
18. Clingen.
Am Norderberg bei Clingen in der untern Grafschaft Schwarz-burg verlieh Graf Günther der Jüngere zu Schwarzburg im Jahre1498 am Dienstage nach Johannis Enthauptung 14 Acker Weinberge anBernhard von Wangenheim als Mannlehn (Reg. 345 der II. Samm-lung), und war nach ihm der Stamm Wangen heim im Besitze diesesWeinbergs. Zu welcher Zeit dieses Lehnstiick aber wieder vom Wan-genhemvWangenheim'schen Stamme veräussert oder sonst abhanden ge-kommen ist, ist unbekannt.
19. Coburg.
Die Herzogliche Residenzstadt Coburg ist der Wohnsitz vieler Mit-glieder der Wangenheimschen Familie für kürzere oder längere Zeit ge-wesen, ein Eigenthum daselbst hat aber unsers Wissens nur der auch zuCoburg verstorbene Würtembergsche Minister Carl August v. Wan-genheim für längere Zeit dort besessen.
Er hatte sich in der Zeit, als er noch Präsident der Herzoglich Sach-sen-Coburg-Salfeldschen Regierung in Coburg war, auf dem über derStadt belegenen sogenannten Glockenberge eine Villa erbaut, welche er aucham Abend seines Lebens wieder bewohnte, und wo er für seine zahlrei-chen Freunde ein liebenswürdiger Hauswirth war, in dessen herzlicherGastfreundschaft stets auch ein heiterer Humor herrschte. Nach seinem1850 erfolgten Tode haben seine Erben den Glockenberg, wenn wir rechtunterrichtet sind, an die Stadt verkauft, welche die Gebäude für einestädtische Schulanstalt benutzt.
Nur kurze Zeit besass auch der Haus-Obermarschall MaximilianBernhard von Wangenheim ein von ihm selbst erbautes elegantesWohnhaus neben dem Herzoglichen Hoftheater, welches aber bald nacliseiner Erbauung in den Besitz des Prinzen Alfred von Grossbritanien,Herzog von Edinburg, übergegangen ist, welcher dasselbe zu einemResidenz-Palais für seinen zeitweiligen Aufenthalt in Coburg erweitert hat.
20. Craula.
Im Jahre 1333 am 10. May (seeunda feria proxima post dominicamvocem jueunditatis) überliess der Landgraf Friedrich der Ernsthafte denGebrüdern Friedrich und Albert von Wangenheim und ihrem Vet-ter Lutz das Dorf Craul a tauschweise gegen 5 7 /g Hufen Landes in Son-neborn, welche bisher 20 Malter Sonnebomer Gemäss für jede HufePacht eingetragen hatten, und welche der Landgraf wiederum dem Ma-