1000 III. Buch. II. Abtheilung.
Erlasauug der noch übrigen G-eld-, Frucht- und Naturalien-Gefälle desDorfs Wake für die Dauer des Wangenheim'schen Besitzes verbunden.Es bestanden diese durch Erlass an das Gericht Wake vom 18. April1848 der Gemeinde Wake erlassenen jährlichen Gefälle an Geld-Erben-
zins vom Lande.............14 $ 1 ggr. 7 X
Geld-Erbenzins vom Hohenbruche..... 1 ,, 18 „ 9 „
ß Stück Zinshähne ä 2 ggr........— „ 12 „ —
150'/2 Bauch- und Fastnachthühner a 3 ggr. . 18 ,, 19 „ 6 „
56 Stück Eier »4 j.........- „ 18 „ 8 „
6 Malter 2 3 / 4 Himten Bocken ä Himten 1 ,$ . 38 „ 18 „ — „
6 Malter 3 Himten Hafer ä 12 ggr.....19 „ 6 „ — „
Summa jährlich 93 $ 22 ggr. ß ^Das Patronat über Kirche, Pfarre und Schule steht dem Besitzer desFideicommisses zu. Die Baukosten für geistliche Gebäude trägt aber, in-soweit die Jahres-Bevenuen des Kirchen-Vermögens Ueberschuss gewäh-ren , halb die Kirche und halb die Kirchen-Gemeinde, zu welcher auchdas eingepfarrte Dorf Bö singhausen gehört, welches '/s und das DorfWake 7 /g dazu beiträgt.
Der erste uns urkundlich begegnete Geistliche ist der in der bereitsangeführten Urkunde des Kunemund von Hilkerode unter den Zeu-gen erscheinende Hugo plebanus in Wakene, und ist es uns nicht ge-lungen festzustellen, in welchem Jahre die Beformation eingeführt ist, dadie Pfarr-Begistratur nicht alt ist, und auch die Kirchenbücher erst mitdem Ausgange des 17. Jahrhunderts beginnen. Die Pfarr-Dotation ist ge-ring und besteht hauptsächlich in circa 70 Morgen Ackerländerei, welcheaber zum Theil so schlecht ist, dass, als im Jahre 1772 die Gutsverwal-tung die Pacht der Pfarrländerei übernommen hatte, ein bedeutender Auf-wand für die Wiedercultur und die Ausrodung von Dornen und Gesträuchgemacht werden musste. Diese geringe Dotation war wohl auch die Ver-anlassung, dass wahrscheinlich während des Neubaus des Pfarrhauses,welcher 1745 statt fand, eine zeitweilige Vereinigung der Pfarre mit dergleichfalls gering dotirten Pfarrstelle zu Ebergötzen, jedoch unbescha-det des Wangenheim'schen Patronats, statt fand.
Besser verhältnissmässig als die Pfarre war die Schulstelle dotirt,seitdem von Seiten der Gemahlin des Oberhofmarschalls Georg Augustvon Wangenheim auch eine Industrieschule mit der Stelle verbundenwurde, welche vom Gute unterhalten noch gegenwärtig besteht und eineder ältesten im Lande ist.
Die Gräfin v. Wangen heim bethätigte ihre Liebe für die GemeindeWake noch dadurch, dass, als bei dem Anwachsen der Zahl der schul-pflichtigen Kinder die Einrichtung einer zweiten Schullehrerstelle nöthigwurde, sie aus ihren Mitteln ein neues Schulhaus für die Classen beider