Wake
991
Holz geht, also anscheinend am jetzt sogenannten Wolfsgraben, sich inden Hinterhalt gelegt, wo ihnen am frühen Morgen der Wirth HansVoipel voranschreitend und Toldeke Wolff den beiden Reisenden,Junker Heinrich von Boden hausen und seinem Knechte, folgend,ihre Opfer zuführten. Als sie sich dem Hinterhalt naheten, wendetensich Voipel und Wolff und schlugen zuerst den Junker zu Boden, undals der Knecht nun davonlaufen wollte und den Namen seines Herrnnannte, liefen Markgraf und Gruelein ihm nach und erschlugen ihngleichfalls. Wenn der alte Wedekind von Uslar nun, als die Thatruchtbar wurde, zu Gelliehausen im Gerichte gesagt haben soll:
,,Ihr Gesellen von Wake, es geht ein böses Gerücht von Euch im
„Lande, wollt Ihr auch auf Galgen und Rad dafür liegen, hätte ich
„meine Söhne zu Haus, so würde ich die Thater noch diesen Abend
„holen lassen, so aber habe ich alsbald ein peinlich Vestgericht nach
„Wake bestellt" ;
so lag darin allerdings wohl Anlass genug für die Thäter, sich durch die
Flucht dem Gerichte zu entziehen, auch ohne dass Junker Christoph
ihnen dazu noch Beistand leistete.
Drei von den Mördern wurden aber noch vor Ablauf eines Jahrs,wie jene Protokolle ausweisen, gefänglich eingezogen, und von einem nie-dergesetzteu Gerichte des Herzogs Erich von Braunschweig und dergesamrnten Herren v. PI esse anscheinend im Jahre 1536 zum Tode ver-urtheilt; der vierte Hans Markgraf hatte sich der Strafe durch dieFlucht entzogen, und wurde erst nach 20 Jahren als Hofmeister im Klo-ster Ilfeld vom Vater des Ermordeten entdeckt, ob auch ihn die vomalten Melchior v. Bodenhausen bei Herzog Erich beantragte Strafe,nachdem 21 Jahre seit der That verflossen waren, noch getroffen hat, gehtaus den Akten nicht hervor.
Der Hauptthäter Hans Voipel ruft nach dem Protokolle vom 8.März 1536 zu Witzen hausen am Schlüsse aus:
„Wenn seine Junkern die v. Uslar Leuthe weren und als andere„Junkere, so hetten sie auch frome Leuthe unter sich, denn sie ha-„ben diese Sache hinten und vorne gewust und wir armen Gesellen„müssen darum sterben, und sie sollen quied auslaufen, das müsse„Gott erbarmen",
und liegt darin allerdings eine starke Verdächtigung besonders gegen denin Wake sich aufhaltenden Christoph v.Uslar, Wedekinds ältestenSohn. Derselbe scheint danach wenigstens, was auch aus seinen Zech-gelagen in Bauern-Krügen hervorgeht, ein wüster Geselle gewesen zu sein,und mag der alte Wedekind, hochbetagt wie er war, seine sechs jun-gen Söhne wohl nicht in strenger Zucht gehalten haben. Vielleicht wirkte