Kescheroe oder Kerstlingeröderfeld.
975
schenkungksweise auf die Familie v. Breidenbach genannt Breiden-stein über und ihr Urenkel, der Hessen-Darmstädtsche Regierungs-RathGeorg Friedrich Wilhel m v. Breidenbach genannt Breidenst einverkaufte dasselbe für ein Kaufgeld von 6600 «f 1 Gold und 7255'/e »§(assengeld am 28. Februar 1764 an den bisherigen Pächter Johannl.'kris tian Riemschneider , dieser aber überliess dasselbe mittelst einesam 2. Juli 1792 confirmirten Contrats wieder für 15000 >$ in Karolinena 6 «$ an den Oberschultheiss Johann Georg Schneider, welcherseinerseits am 17. April 1799 das Gut wieder für 20000 «$ Gold an Jo-hann Christian Keidel verkaufte. Von den Keidel'schen Erben hatteder L)r. med. Nolte Kerstlingeröderfeld für 19000 $ Gold erkauft,üb nun unser Kescheroe, welches in den Urkunden des GöttingerRaths-Archivs vom 1. Mai und 13. Juni 1346 Kerstel ingerode ohne Zu-satz heisst, oder Kers tling erode an der Garte dem Geschlechte derervon Kers tlinger ode den Namen gegeben, oder wie Pastor Heiseund Letzner wollen, beide Dörfer von dem Geschlechte den Kamen er-halten, welches als Stammvater einen Heiso den Kreu/.träger Carl desGrossen in den Sachsen-Kriegen verehren, und seinen Kamen von demSpruche desselben „Christi lignum gero" führen soll, lassen wir hier aufsich beruhen, und würde, wenn wir den Stammsitz auf Kescheroe su-chen wollen, derselbe vielleicht in der Lengderburg zu finden sein,von welcher ein Forstort über Kleinlengden noch den Namen führt,ohne dass über die Existenz eines Schlosses hier urkundliche Nachrichtvorhanden wäre. Dagegen steht soviel urkundlich fest, dass die Herrenvon Kerstlingerode von uralter Zeit her mit denen von llslar alsGanerben auf Altengleichen sassen, und neben den bedeutenden Leh-nen, welche sie vom Hause Braunschweig, von den Erzbisehöfen v.Mainz und von den Herren von Plesse in der Umgegend besassen,auch umfangreiche freie Allodial-BesiUungen in dieser Gegend und selbstritterliche Geschlechter zu ihren Vasallen zählten, wie sie denn die 5 so-genannten Gartedörfer Kerstlingerode, Ritt marshausen, Beyen-rode, Bischhausen und Weissenborn anscheinend auch als freiesEigenthum besessen, und dem Erzstift Mainz, von welchem sie Stein-häuterode als Mann- und Weiberlehn inne hatten, die Landes-Obrigkeitdarüber zugestanden zu haben scheinen, bis Herzog Heinrich Julius1594 die Landes-Hoheit für Braunschweig-Lüneburg in Anspruch nahm,und Herzog Friedrich Ulrich auch als Lehnsherr über das GerichtGarte sich gerirte und 1620 den Besitzern einen Lehnbrief darüber aus-stellte, während von früheren Lehnbriefen nicht die Rede ist. Währendsie nun als Chur-Maiuzische Vasallen zu Steinhäuterode sassen, 1366die Harburg in Pfandschaft hatten, und Thüringensche Amtmänner zuWorbis im Jahre 1340 wurden, erwarben sie in demselben Jahrhundert