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III. Buch. II. Abtheilung.
7. Kescheroe oder Kerstlingeröderfeld.
Kerstlingeröderfeld oder wie es in den Waker Registern nachder im Volksmunde üblichen Benennung heisst: Kescheroe ist ein aufder Höhe des Hainbergs zwischen dem westlich angrenzenden GöttingerHainholze und dem östlich es umgebenden Göttinger Walde (das hintereHainholz) belegenes, nach Norden von der Feldmark Herberhausen,nach Süden aber von den Domanialforsten des Grossen-Lengdener Porst-Reviers und der Waldung der Gemeinde Geismar begrenztes, einen ge-schlossenen Complex von ungefähr 54(3 Morgen bildendes Landgut imUmfange des Königlichen Amts B,einhausen, welches der damalige Hof-Marschall Georg von Wangenheim auf Wake mittelst Kaufcontractsvom 8 /]6- Februar 1823 vom Dr. med. Ernst Christian Nolte für ei-nen Kaufpreis von 24750 ,$ Conv.-Münze als freies, allodiales Eigenthumerkauft hat. Vermöge der testamentarischen Bestimmungen der GräfinJohanna von Wangenheim geborene von der Decken ist diesesGut als immerwährendes Familien-Fideicommiss durch die vom zeitigenBesitzer am 25. April 1861 errichtete Fideicommiss-Urkunde mit demHauptgute Wake unzertrennlich verbunden, und ist diesem Gute die frü-her auf dem Gute Harth, Amts Münden, ruhende Stimme in der Ca-lenbergschen Ritterschaft, welche der Besitzer im Jahre 1860 von Königli-cher Kloster-Kammer zur Uebertragung auf Kerstlingeröderfeld käuflicherwarb, beigelegt, und dasselbe unterm 8. März 1861 der Rittersehafts-Matrikel als landtagsfähiges Gut einverleibt, so dass also vom Fideicom-miss Wake jetzt zwei Stimmen in der Calenbergschen Ritterschaft ge-führt werden.
Kerstlingeröderfeld oder Kescheroe erscheint nun in älterenUrkunden unter den Namen Kerstlingeroda, Klein Kerstlingerodaoder Wüstkerstlingeroda (im Gegensatze von den grösseren nochjetzt existirenden Pfarrdorfe Kerstlingeroda an der Garte) im bestän-digen Eigenthume und Besitze der hochangesehenen Familie derer vonKerstlingeroda bis zu deren im Jahre 1642 erfolgten Aussterben mitOtto Christoph von Kerstlingeroda, und blieb zuletzt noch, vonallen zahlreichen Besitzungen dieses Geschlechts im Göttingenschen, aufdem Eichsfelde und in Thüringen, den Allodial-Erben allein und als allo-diales freies Eigenthum übrig, indem die letzte Kerstlingerodesche Erb-tochter Anna Marie von Kerstlingerode dasselbe bei ihrer Verhei-•^rathung im Jahre 1645 ihrem Gemahl Heinrich Christoph v. Hopf-garten "zubrachte. Deren Enkelin Anna Dorothea von Hopfgartenauf Steinhäuterode brachte Kerstlingeröderfeld durch ihre Ver-heirathung mit Caspar von Hanstein auf Oberstein und Frette-rode 1695 in die Hanstein'sche Familie. Von ihr ging das Gut darauf