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Beiträge zu einer Familien-Geschichte der Freiherren von Wangenheim beider Stämme, Wangenheim und Winterstein ...
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Kälberfeld.

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Hausbuch 1556 an Kälberferfelder Unterthanen 6, worunter der Müller.Es scheint danach fast, als ob die ursprüngliche Zahl der in Kälberfeldvorhandenen Bauergüter, welche anscheinend ebenso wie in Kaienbergund Schön au geschlossene Güter waren, sich auf 16 oder 20 Höfe ausserder Mühle beschränkt habe, imd erst durch Theilung dieser geschlossenen,bespannten und zu Spanndiensten Pflichtigen Höfe die Zahl der Hinter-siedler-Güter gewachsen sei. Die gutsherrlichen Abgaben erschienen inder altern Zeit sehr wechselnd, bald steigend, bald fallend, was anschei-nend seinen Grund darin hat, dass das Land am Hörseiberge als Eigen-thum der Herren v. Wangen heim vorbehalten war, und von diesen insogenannten Gelängen den Eingesessenen als Lassland, d. h. auf stetenWiederruf, gegen einen Lasszins, der für die Gelänge gewöhnlich 2 gutePfennige und 1 Eisenacher Metze Hafer betrug, überlassen wurde, wo-durch dann die Geld-, wie die Erucht-Einnahmen steigend und fallendwaren.

Ausserdem hatten die Herren v. Wangen heim hier aber die aus-schliessliche Schäferei-Gerechtigkeit und belegten dieselbe mit 500 Häup-tern, zu deren Haltung sie einen Schafhof in Kälberfeld errichtet hat-ten, dem neben einem Theil der Ländereien am Hörseiberge auch die denHerren von Wangenheim zuständigen Wiesen in Kälberfelder undSchönauer Flur beigelegt waren, und der als ein Vorwerk bewirthschaftetwurde, woran dem IL Viertel wegen des Oberschlosses Wintersteinl li und dem III. Viertel 2/4 zustanden, wie denn Wolff Veit in seinemHausbuche schreibt:

Die trift habe ich melcher v. Wangheym vmb fünff fl. vnd 1 lamb6 Jar langk zugesaget bis man Lviii schreibet So seynt die Jar aus,vnd ist abgeredet, das er die gemeyne bey ihrer vorigen gerechtig-keit soll lassen bleiben mit heigen vnd hütten etc. vnd meynen men-nern sali er uff ihr ansuchen den vierden agker vmb die helft'tetungen.

Wenn also hiernach es von den Landbesitzern für vortheilhaft ange-sehen wurde, für das Pferchlager auf dem vierten Theile ihres bestelltenFeldes die Hälfte des Ertrags dieser gepferchten Aecker herzugeben, sodürfte darin auf der einen Seite ein Beweis für die geringe Ertragsfähig-keit dieser Acker in damaliger Zeit, auf der andern Seite aber auch da-für liegen, wie gross der Werth der Schäferei-Gerechtigkeit war. ImJahre 1710 that dieses Kälberfelder Vorwerk des III. Viertels, halb zumMittelgute halb zum Vordergute gehörig im ganzen Pacht, an baarem Gelde200 Thaler für die Schäferei und 13 gr. für das wilde Obst am Hörsels-berge und an Früchten 36 Malter Korn, 12 Malter Gerste und 22 Malter10 Hetzen an Hafer, alles Häger-Maasse.