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IL Buch. Zweiter Abschnitt.
xni. Ge. m ässig in hohem Ansehen standen, wiewohl Balthasar sich weniger mitden öffentlichen Angelegenheiten befasste als Bernhard. Balthasarlebte still auf seinem Schlosse zu Behringen ur.d hatte mit der Rege-lung der Angelegenheiten seines Vaters vielerlei zu thun, da dessen Ver-mögen durch mancherlei Bürgschaften, wie die oben bereits erwähntenfür die Grafen von Mansfeld, vielfach verwickelt war, und der Bau inGros sen-Behringen viel Geld gekostet hatte und noch kostete. Sowurde Balthasar schon 1572 aus einer Bürgschaft für Heinrich vonThuns nachgelassene Witwe zu Lobeda von einem Hans Puster auf1650 Gülden in Anspruch genommen, so wurde er im Mansfeld'schenLiquidationsprocess mit 4887 Gülden 15 Gr. als hypothekarischer Gläu-biger unterm 22. October 1580 locirt, und diese Forderung scheint bisauf den heutigen Tag noch nicht vollständig abgetragen zu sein.
Aber auch als Vormund wurde seine Thätigkeit mehrfach in Anspruchgenommen, namentlich für die sämmtlich minderjährigen Kinder seinesVetters Melchior des Aeltern zum Winterstein, welchem er auch1588 in der Verwaltung des Seniorats folgte, deren er sich mit Eifer an-nahm, wie wir aus den Verhandlungen von 1606 über die Seniorats-Lehn-stücke zu Scherbda ersehen, welche Frau Beata von Kreutzburgund nach ihr Georg Fernau besessen (Kro. 441 der IL Sammlung).Er war daneben sehr mildthätig und gutherzig, 1587, wo grosse Theue-rung herrschte, speiste er täglich 150 Menschen aus seiner Küche, undfür die bedrängten Glaubens-Genossen in Hessen spendete er reichlicheGaben und unterstützte den aus Hessen verbannten Pfarrer HeinrichLeister mit 100 Gülden.
Am 10. Februar 1608 starb Frau Margaret ha, und wiewohl nunschon im 62. Lebensjahre scheint der Wunsch eigene Kinder zu Erbenzu haben, ihn doch zum Eingehen einer zweiten Ehe veranlasst zu haben.Am 29. Januar 1611 liess der nun 64jährige Mann sich wieder mit FrauLutrud, geborenen Zenge, verwitweten Vogel, trauen.
Lutrud oder Lutterade Zenge war die am 24. April 157b' ge-borene Tochter des' Gräflich Gleichen'schen Drosten zu Pyrmontund Coppenbrügge Friedrich Burckhard Zenge auf Ballungenund der Regina geborenen von Madelungen. Nach ihrer MutterTode hatte sie deren Schwester, ihre Taufpathe Frau Lutterod vonReckrodt geborene von Madelungen, Hermann von Reckrodtszu Mechterstedt Ehefrau, zu sich genommen und erzogen, worauf sie1596 nach Ohrdruf an den Gräflich Gleichen'schen Hof kam und sich1599 mit Hans Heinrich Vogel auf Uelleben und Boilstedt ver-mählte, welcher jedoch 1607 bereits starb, und sie mit 2 Töchtern Mar-garetha Regina, nachher verehelichte von Griesheim, und Doro-thea, nachher verehelichte von Reckrodt, als Witwe hinterliess. Sie.