Druckschrift 
Beiträge zu einer Familien-Geschichte der Freiherren von Wangenheim beider Stämme, Wangenheim und Winterstein ...
Entstehung
Seite
652
Einzelbild herunterladen
 

652

IL Buch. Zweiter Abschnitt.

xii. Go- r, an cj v.Fulda als Uberlehnherr 1553 unter dem 30. Octbr. eenehmiete

neration. ° ° . &

Später war darüber mit den Söhnen Hans und Christoph Trüben-bach ein Process entstanden, worüber 1567 bei der Gothaischen Belage-rung die Akten verloren gegangen waren, um deren Wiederaufsuchun"Melchior der Aeltere am 26. Sept. 1570 bat (Uro. 434 der II. Sammig.).

Aus dem Fuldaschen Lehnbriefe über Sonneborn von 1569 gehthervor, dass er für seines Bruders Friedrich des Jüngern unmündigenSöhne Melchio r und Georg zum Vormund bestellt war, und 1571 nahm Bl-ander Verhandlung zu Wangen heim w r egen der heimfallenden Lehne Theil.Mit dem Tode Friedrich des Aeltern vom I. Viertel fiel 1575 das Se-niorat des Winterstein'schen Stammes auf ihn und nahm er sich des-selben , ebenso wie der Vormundschaft der fast gleichzeitig verwaistenSöhne Melchior Ludwigs, der Enkel Friedrich des Aeltern, that-kräftig an, wie er denn auch die Patronat-Bechte der Familie namentlich1580 bei der Wiederbesetzung der Pfarre zuNordhofen kräftig verfocht.

Mit dem Ableben der Söhne seines Bruders Friedrich des Jüngernhatte er am Abend seines Lebens wieder das ganze Besitzthum des III.Viertels in seiner Hand vereinigt, und war also ein sehr begüterter Mann,aber seine Hülfe wurde auch vielseitig durch die üblichen Bürgschaften(Nro. 437 und 438 der IL Sammlung) in Anspruch genommen und dieAusstattung der Töchter neben der Unterhaltung von 8 leiblichen Söhnenmochten auch bedeutenden Aufwand erheischen. Die aus seinem Todes-jahre vorhandenen Erbregister zeigen, dass er einen sehr geordneten Haus-halt führte, und darf er überhaupt als ein vorzugsweise tüchtiger MaMgelten , was auch die biedern Züge seines Antlitzes auf dem Bilde aus-drücken, welches im 62. Lebensjahre von ihm aufgenommen und noch inmeinem Besitze ist.

Nach der seiner Tochter Mari e, verehelichte Barth, gehaltenen Lei-chenrede ist er ein tapferer Kriegsmann gewesen, und als einst in Un-garn dem nachherigen Churfürsten Moritz v. Sachsen das Pferd untermLeibe erschossen , hat er sein Pferd dem Churfürsten überlassen und zuFnss weiter gefochten, wofür ihm ein Gnadengeld von 300 Thalern le-benslänglich verehrt sein soll , worüber sich übrigens keine Nachricht,findet.

Wie lange Melchior der Aeltere als Kriegesmann thätig gewesen,wissen wir nicht mit Bestimmtheit. Vielleicht war aber das Jahrgeld von 40Gulden Münze in jeder Leipziger Messe zahlbar, welches Churfürst Mo-ritz 1552 ihm gnädigst ausgesetzt hatte, das in jener Leichenrede ge-meinte Gnadengcld, wenn dasselbe nicht eine Besoldung als Eath vonHaus aus (wie es damals hiessj war.

Ob unser Melchior der Melchior von Wangen heim ist, wel-cher 1558 am Montage nach Margarethen seines Vetters Balthasar