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Beiträge zu einer Familien-Geschichte der Freiherren von Wangenheim beider Stämme, Wangenheim und Winterstein ...
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Stamm Winterstein. I. Viertel.

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Aeltere von Wangenheim. So erfolgte am 14. April 1567 die Capi-^ ü ^*"tulation der Stadt Gotha und der Festung Grimmenstein, und derunglückliche Herzog wanderte in seine 28jährige Gefangenschaft, aus wel-cher er nur als Leiche 1595 in die heimathliche Gruft zu Coburg zu-rückkehrte.

Im Herzoglichen Dienste beschäftigt finden wir ihn nun nicht mehr,und löste ihn in seinen vorgerückten Jahren auch wohl sein Sohn Mel-chior Ludwig ab, welchen die Ziegesar'schen Stammtafeln irrthümlichals Churfürst Johann Friedrichs Rath bezeichnen, während er dochnur den Söhnen desselben und nur kurze Zeit gedient haben kann.

In den Jahren 1548 bis 1557 erscheinen Friedrich der Aeltere undGeorg von Wangenheim zuBrüheim als Vormünder für die Kinderdes Asmus von Witzleben zu Liebenstein und Molschleben, fürwelche sie dem Rathe zu Erfurt Quitungen über gezahlte Zinsen aus-gestellt haben, wie uns vom Archivrath Beyer zu Erfurt mitgetheiltwurde; wir dürfen daraus schliessen, dass die oben erwähnte Ottilie v.Witzleben, geborene von Wangenheim, die Witwe des Erasmusvon Witzleben und Friedrichs Schwester gewesen ist.

In seinen Privat-Verhältnissen zeigt sich nun unser Friedrich der Ael-tere fortwährend als ein guter Haushalter, welcher nicht allein durch Ab-tragung alter, auf seinem väterlichen Erbtheil ruhenden Schulden, son-dern auch durch Ansammeln eigenen Capitals und Acquisition von wohlgelegenen Besitzungen sein Vermögen verbesserte, so dass er unter sei-nen Zeitgenossen für einen reichen Mann galt (Kuchenbecker AnalectaHassiaca Collet. VII, p. 225).

Seine beiden bedeutendsten Acquisitionen waren zunächst der An-kauf des Scharffenstein'schen Guts zu Brüheim, welches er 1549am Tage Mariae Verkündigung für 2000 fl. von Stolanus von Scharf-fenstein als ein von den Grafen von Schwarzburg zu Lehn gehen-des freies Bittergut erkaufte, während der Verkäufer dasselbe erst 1536von seinem Bruder Joachim von Scharffenstein für 1650 Guldenacquirirt hatte, von welchem Joachim von Scharffenstein unser Frie-drich v. Wangenheim auch schon 1536 direct einige geringe Geld-Erb-zinse sammt 5 Gänsen und 10 Hühnern aus Westhausen erkauft hatte,ohne dass der Betrag des Kaufgelds erhellt. Dann aber hatte er auchschon in den dreissiger Jahren des 15. Jahrhunderts in Gemeinschaft mitseinem Vetter Apel von Wangenheim von Hans Spitznasen dieinnerhalb der Grossen-Behringer Feldmark belegene Wüstung, das Se-berfeld, angekauft, welche einige 30 Jahre später 1568 als angeblichesBeichlingen'sches Lehn von Hans von Germar, welchem dasBeich-üngen'sche Gut Gebesee zu Lehn gegeben war, in Anspruch genom-men, aber von den Besitzern diesem nichi zugestanden wurde (Nro. 433