Druckschrift 
Beiträge zu einer Familien-Geschichte der Freiherren von Wangenheim beider Stämme, Wangenheim und Winterstein ...
Entstehung
Seite
426
Einzelbild herunterladen
 

426

II. Buch. Zweiter Abschnitt.

xiii. Ge- ,jj e Verhandlungen von 1558 zeigen (Reg. 414 und 415 der II. Samml.)Die Vormünder waren nach Inhalt des Fulda'schen Lehnbriefs vom Jlitfc-woch nach Mariae Himmelfahrt 1559 Melchior der Aeltere von Wan-genheim, Christoph von Harstall, Friedrich der Jüngere vonWangenheim und Johann Berger verschrieben für Johann Preger,welcher damals Wangenheim'scher Eichter in Sonneborn war.

Da nun beide Söhne Georgs durch ihre Nachkommen verschiedeneZweige dieser Linie bildeten, so bleiben wir zunächst bei

66. Reinhard (15471599)

als Stifter der I. Branche dieser IL Linie des Stamms Wangenheimstehen, welchen die Leichenrede für seinen Urenkel Christoph Hart-mann zu einem Sohne aus Georgs erster Ehe mit Catharina vonWangenheim, Lutzens Tochter und Wolff Veits von WangenheimSchwester, macht, während eine Ahnentafel ihn 1547 geboren werdenlässt, was auch die Wahrscheinlichkeit für sich hat.

Die erste Nachricht, welche uns über ihn aufbewahrt ist, ist einSchreiben seiner Vormünder vom 5. April 1563 (Eeg. 418 der IL Samm-lung) an Herzog Johann Friedrich den Mittlern, und klingt nichtsehrerbaulich. Die Vormünder beklagen sich, dass ihre Bemühungen für einegute Erziehung der Knaben zu sorgen, und sie zum studio und Schulbe-such anzuhalten, bei Eeinhard von schlechtem Erfolge begleitet seien,sie hätten denselben zuerst in Gotha zur Schule gebracht, wo sie dreiMal mit seiner Herberge bei ehrlichen Leuten hätten wechseln müssen,und als sie ihn darauf beim Schullehrer selbst in Kost gegeben, sei erdoch mehrmals entlaufen. Sie hätten ihn dann, weil er zum Studirenkeine Lust bezeigt, dem Testamente 'des Vaters gemäss, in eine DeutscheSchule und endlich bei einemEhrlichen von Adel" untergebracht, aberauch da hätte er es nicht ausgehalten, sei weggelaufen, und habe daraufwieder die lateinische Schule zu Eisenach besucht und treulichen Fleissversprochen. Da er aber auch von dort noch mehr als von Gotha ab-gelaufen, hätte ihn der Mitvormund Christoff von Harstall in seineigen Haus genommen, wo er aber auch nicht gut thun wolle, weshalbdie Vormünder den Herzog ersuchen, den Knaben, um der Verdiensteseines ehrlichen Vaters willen, an den Hof als Kammer-Pagen, oder wozuer sonst zu gebrauchen, nehmen und ihn in ehrbare Zucht und Gehorsambringen möge.

Diese Bitte wurde aber unterm 15. April 1563 vom Herzoge abge-schlagen, weil er zur Zeit hinlänglich mit Knaben versehen sei, dagegenrieth er, den Knaben an einem fremden unbekannten Ort unterzubringen,um das Entlaufen in Zukunft zu verhindern.