^■■■^^^^■^■■^H
398
II. Buch. Zweiter Abschnitt.
XII. Ge-neration.
Hans der Aeltere, welcher nach den hisher angeführten, urkundlichbelegten Nachrichten mit Margaretha von Baumbach verheiratetwar, und die beiden Söhne Hartmann und Job st, sowie eine nicht ge-nannte an Heinrich von Holbach zu Könitz verheirathete Tochter,erzeugt hatte, wird nun noch einmal 1567 im Lehnbriefe Herzogs Jo-hann Wilhelm als lebend erwähnt, und ist jedenfalls vor 1574 gestor-ben, indem in diesem Jahre nach dem am 3. April zu Coburg Kamen?der Vormundschaft für Herzogs Johann Friedrich des Mittleren Söhneausgefertigten Lehnbriefe sein Sohn Jobst allein mit seinen Vettern be-liehen wurde. Wenn König in seiner Sächsischen Adelshistorie ihm eineEulali a Gotsmann von Neuhaus zur Gemahlin, und eine TochterElisabeth zuschreibt, welche an Bonifacius von der Pfordten ver-heirathet gewesen sein soll, so haben wir für diese Angaben keinen Be-weis auffinden können, wie denn überhaupt die König'schen Stammtafelnin den Reihen der altern Ahnen oft an grossen Irrthümern laboriren.Dagegen besagt die Baumbach'sche Chronik des Pfarrers Collmannvon 1594, dass eine Tochter des Hans von Wangenheim, JobstsSchwester, an Hans Georg von Hopfgarten verheirathet gewesen.
47. Georg,
Stammvater der II. Linie des 'Wangenheim-'Wangenlieimselien Stammes.
Georg, der dritte Sohn Bernhards von Wangenheim, warursprünglich für den geistlichen Stand bestimmt, und hatte schon in jungenJahren vom Abte von Hersfeld, als Patron des bekanntlich von Ohr-druf nach Gotha verlegten St. Marien-Stifts, die Probstei-Präbende beidiesem Collegiatstifte verliehen erhalten, in welcher Würde er von Seitendes Churfürsten von Sachsen auch die landesherrliche Confirmation erlangthatte, wiewohl er damals noch seinen Studien auf der Universität zuWittenberg oblag, und die Aufkünfte seiner Präbende zur Bestreitungder Kosten des Aufenthalts auf der Universität gebrauchte. Hier in Wit-tenberg, wo Dr. Luther und Melanchton seine Lehrer waren, be-fand er sich noch beim Beginn des Bauernkriegs, und scheint dort dieLehren der Beformation mit Eifer in sich aufgenommen, und nach seinerBückkehr in sein Stift nach Gotha auch unter seinen Stifts-Genossen denSaamen der neuen evangelischen Erkenntniss eifrig weiter verbreitet zuhaben, so dass er als Probst bei der im Jahre 1528 vom Churfürsten zuSachsen angeordneten ersten Kirchen-Visitation mit seinen gesammtenStifts-Geistlichen zur Lehre der Reformation sich bekannte.
Gleichzeitig aber gab er, ohne darum auf seine Probstei-Präbendezu verzichten, welche er vielmehr zur Unterhaltung armer Studirenderauf der Universität Wittenberg verwenden zu dürfen glaubte, doch fürseine Person den geistlichen Stand auf, und verheirathete sich, nachdem