II. Buch. Erstes Capitel.
vi- Ge- j)j e von Landau gemachte Annahme, dass zwei Vettern Hermann
v. Treffurt und Friedrich von Spangenberg an diesem Zuge Theilgenommen, und in Gefangenschaft gerathen seien, ist irrig und verstösstgegen die zuverlässigsten Berichts-Erstatter jener Begebenheit. Denn so-wohl die Beinhardsbrunner Annalen als der Monachus Pirnensis nen-nen, die beiden Herren von Treffurt und von Spangenberg Brüder,und dann müssen wir, zur Ehre des wilden Treffurt'sehen Geschlechts,annehmen, dass nicht die drei die Urphede von 1325 ausstellenden Brü-der, damals zu Treffurt sitzend, sondern ihre Vettern Friedrich undHermann zu Spangenberg (nach Landau Hermann VII. und Frie-drich IX.) diesen Eaubzug unternahmen. So erscheint dann auch dernachherige innere Zwiespalt in der Familie erklärlicher, in Folge dessendie 3 Treffurter Brüder 1328 diesen Vettern Spangenberg abgewannen,und diese dagegen sich auf Treffurt festsetzten, bis dieses 1333 undzum zweiten Mal 1336 von den vereinigten Thüringschen, Hessischen undMainzschen Streitkräften erobert wurde, und in den gemeinschaftlichenBesitz dieser 3 Landesherrn überging
Der freudige Landgraf Friedrich mit der gebissnen Wange war in-mittelst am 16. November 1324 nach mehr als zweijähriger Krankheit undmit Trübsinn verbundener Lähmung der Zunge und der Glieder verstor-ben, und das Land an seinen erst 14jährigen Sohn Friedrich, nachherder Ernsthafte genannt, gefallen. Seine Mutter Elisabeth von Arns-hauch, eine hochbegabte kräftige Frau, führte als Vormunderin ihres Soh-nes und unter Beistand des Grafen Heinrich von Schwarzburg dieBegierung im Namen ihres Sohnes, und als Heinrich von Schwarz-burg während des Zuges zu Ludwigs des Baiern Beistand in die MarkBrandenburg 1328 geblieben war, trat an seine Stelle der thatkräftigeHeinrich Reuss Voigt von Gera. Für die Thüringenschen Lande undnamentlich für Gotha, wo die Landgräfin ihren Witwensitz hatte, waraber der Edle Ritter Friedrich von Wangenheim, welcher 1325 nachdem Eisenacher Rathsfasten auch das (Ehren-) Bürgerrecht in. Eisenacherworben hatte (Zeitschrift des Vereins für thüringsehe Geschichte undAlterthumskunde Band IL, p. 178), zum Voigt, oder wie die Chronikensich damals ausdrückten zum Landpfleger bestellt, darum finden wir den-selben nun auch in allen das landgräfliche Interesse berührenden Angele-genheiten des Landes Thüringen vielseitig thätig. So war er mit gegen-wärtig als der junge Landgraf am 7. Januar 1327 (am nehel'ten tage nachdem zwelften tag) zu Gotha der Stadt Erfurt den Schutz- und Schirm-brief erneuerte und bestätigte, welchen sein Vater Friedrich mit dergebissnen Wange dieser Stadt ertheilt hatte (Beg. 38 der IL Sammlung).Mit Graf Heinrich von Schwarzburg, dessen Sohn Graf Güntherund Heinrich dem Aeltern, Voigt zu Gera, zog Bitter Friedrich t.