IV.Gener. 4.Berthous II. 1195—1196 u.5.Ludow.III.1195—1259. 189
den folgenden Jahren die Bezeichnung des Sohns als iunior wegfällt, und IV - Ge-daraus auf die Existenz nur eines Ludwig geschlossen werden muss
Selbständig sehen wir Ludwig III. nun zunächst nach einer UrkundeKönigs Heinrich VII., Kaiser Friedrichs IL Sohn und Stellvertreter inDeutschland, de dato Schweinfurt den 14. September 1232 handeln,welcher zufolge er dem Kloster Georgenthal ein Gut zu Eschenbergemit der dazu gehörigen Capelle geschenkt hat (Kegeste 40 und 49 der I.Sammlung), und der Deutsche König dazu auf Ludwigs Ansuchen dieKönigliche Bestätigung ertheilte. War Eschenberge, wo die Herrenvon Wangenheim noch bis auf die neuere Zeit Zinsgefälle zu erhebenhatten, ein Reichslehn? Die Einsicht der Urkunde und Kenntnissnahmeihres ganzen Inhalts belehrt uns vielleicht darüber, ich habe dieselbe aberbisher nicht erreichen können. Die 1242 demKloster Frauensee gegenüberübernommene Gewähr gegen Einsprache des Reichs, lässt wenigstens zweif-fellos erscheinen, dass Ludwig neben eigenem freien Gute in Eschen-berge auch Reichs- und Fuldasches Lehngut besass. Und die einzelnenzerstreuten Reichsgüter waren damals in Thüringen noch zahlreich z.B.Herbsleben in nächster Nachbarschaft und Struth (vide Wolfs Ge-schichte des Eichsfeldes I, Urk. XLIV.)
1233 am 26. October bezeugt Ludwig III. in grosser Versammlungzu Fulda mit vielen Andern, Geistlichen und Laien, den Verkauf der zurFuldaschen Meierei Seiheim gehörig gewesenen Höfe zu Rosdorf undMardorf an das von der heiligen Elisabeth erbaute Hospital StiFran-cisci in Marburg (Regeste 41 der I. Sammlung), und 1235 ist er eben-massig Zeuge, als Abt Conrad von Fulda dem Burggrafen Dietrichvon Kirchberg die Uebergabe der Kirche zu Capellendorf, welcheer von Fulda zu Lehn trug, an das von ihm in Capellendorf gestif-tete Kloster als dessen Eigenthum gestattete (Reg. 42 der I. Sammlung.)
In dieser Zeit waren zwischen Ludwig III. und dem Kloster Frau-ensee Differenzen wegen der von seinem Vater 1212 unter seiner Mitwirkungan das Kloster verkauften Besitzungen in Uelleben entstanden, und be-klagte sich das Kloster, dass er den väterlichen Verkauf wieder aufhebenwolle, die Streitigkeiten müssen aber freundschaftlich beigelegt sein, daer später zu Haina das Kloster mit den Söhnen der Kunigunde vonGrumbach, welche eine mütterliche Schenkung ans Kloster bestritten,verglich und dabei fürs Kloster Vermittler war (Nro. 2. II. Sammlung),und noch mehr für dieses Kloster that. Nicht allein dass er im Jahre1236 die Mühle zu Lupnitz dem Kloster überliess, welche er nach dervom Abte Conrad darüber dem Kloster Frauensee ertheilten Urkundevom Stifte Fulda zu Lehn trug (Nro. 10 der IL Sammlung), sondernauch in Eschenberge, wo er 10 Jahre früher dem Kloster Georgen-thal ein Gut geschenkt hatte, am 3. Februar 1242 eine ihm eigenthum-