Patronats-Verhältnisse.
71
die
Pfarre zu Meibom dem Consistorio und der Superintendentur Eisenachunterstellt blieb, da dieser Ort zum Fürstenthum Eisenach geschlagen war.Die Ausübung des Patronat-Rechts in Gemässheit der Vereinbarungvon 1389 unterlag nun im Laufe der Zeit manchfaltigen Modificationen.Die Familien-Verträge von 1359 und 1389 und die dadurch den Seniorenbei Ausübung der Patronatrechte übertragenen Befugnisse scheinen imLaufe der beiden folgenden Jahrhunderte ganz in Vergessenheit gerathenzu sein. Im Jahre 1545 wurde bei der damaligen dritten Visitation derKirchen von Seiten der Reformatoren bei der Pfarre zu Wangenheimim Visitations-Protokoll bemerkt, dass die Senioren beider Stämme dieCollatoren der Pfarre seien, bei den übrigen Pfarren soll der Senior desStamms es sein, was schon eine wenn auch geringe Abweichung vonder vertragsmässigen Regel voraussetzt, und so war diese allmählich ganzin Vergessenheit gekommen. Die später und wohl erst mit der Kirchen-ileformation erlangten Patronat-Rechte über Hayna und Behringen,auf welche der alte Familien-Vertrag sich nicht bezog, mögen dazu mit-gewirkt haben.
Wie aber das Seniorat sein Patronats-Recht auffasste zeigt der Sonn-tag Quasimodogeniti 1563 dem Pfarrer Valentin Quelle zu Nordhofenausgefertigte Bestallungsbrief, welcher folgerdermassen lautet:
Ich Friderich diefer Zeit der Eiter vonn Wangheim doselbft be-kenne hiermit londerlich ahn Allen gepuerlichenn oerternn vnd thuezu wiffenn Idermenniglich mit difser offnen fchrifft Das demnach diepfarkirchen S. Nicolai des Dorffs Korthofen Zufampt Ingeleib-tenn filial adder kirchfpiel metebach durch Abfterbenn Jungften be-fitzers Derfelbigenn des wirdigenn vnd gelartenn Er JohannRetzschmans eines pfarhern vorledigt vnd die Lehenschafft odderJus paironaius dem elleften meines ftammes von Wangheimwidderumb Chriftlich vnd mit chriftlicher (eelforge, gottlichs wortsvnnd reinenn heiligen Sacramenten zuvorforgen vnnd Zu beftellenn,wohl gepuerenn wil vnd Mir diefer Zeil dem elleftenn wolgedachlsmeines ftammes zum Winterftein Zuftehett, So Ist mir der Auchwirdige vnnd gelarte Er Valentin Quelle nicht Alleine guter ge-schicklichkeit seiner lehre Gottlichs worts Sondern Auch nach ange-hörter feiner probepredigt durch die beiden genantenn gemeinenn der-malen angetragen, vocirt vnd lauter vmb Gottes willenn gebetenwordenn Deml'elbigen zu beftallunge folcher pfar vnd filials zu ver-ordnenn Dieweil dann folcher lobfertigenn Einhelligen Vocation pillichftattgegebenn So hab Ich Auch genanntenn Em Valentin Quellenvmb keiner andernn vrfachenn Sondernn Allein lauter durch Gotteswillenn zu Gottes Ehrenn vnd forderunge Reiner Chriftlicher Lehremitt berurter pfar vnd Aller Irer Zugehorigenn nutzungenn vnnd der