20 I. Buch. Zweites Capitel.
Siegel, von welchem wir nur einen etwas unvollkommenen Gyps-Abgusserhalten haben der sich nicht zur Abbildung eignet, ist nun aber vollkom-men demjenigen gleich, welches wir von seinem Sohne gleichen Kamensan zwei im Stadt-Archive zu Mühlhausen aufbewahrten Urkunden von denJahren 1312 und 1317 angehängt finden, und zeigt uns gleichfalls denin die Länge getheilten Schild, welcher sich von demjenigen des resp.Bruders und Oheimes Ritters Friedrich von Wangenheim nur da-durch unterscheidet, dass hier die Thiergestalt mehr schreitend als lau-fend mit langgestrecktem Schwänze und also einem Wolfe oder Fuchseähnlicher dargestellt ist, während die Balken in dem auch mit Gitterstri-chen und Punkten schraffirten Felde zur Linken wieder deutlich wie aufden beiden ältesten Siegeln, als drei Paar Zwillings-Balken erscheinen.Die Unterschrift lautet Sl(gillum) LVDOWICI. DE. WANGIE(inr. (Fig. 4).Von nun an finden wir das Wappen beständig in dieser Gestalt desin die Länge getheilten Schildes. In der ersten Hälfte des 14. Jahrhun-derts erscheinen die Siegel, wie Abbildungen der Siegel des Friedrichund des Albert von Wangenheim von 1326 und 1327 (Fig.5. 6 u.7)zeigen, noch ziemlich gross in runder Form; allmählig aber verringertsich der Umfang immer mehr, während die kreisförmige Gestalt desStempels bleibt, Auf dem Siegel des Albert von Wangenheim vomJahre 1326 erscheint der Hund, dessen Gestalt sonst ziemlich fuchsähn-lich ist, zum ersten Male mit einem Halsbande, welches sich 1369 aufdem Siegel Friedrichs von Wangenheim wiederholt. Eine festge-haltene Verschiedenheit in den Siegeln der beiden seit der zweiten Hälftedes 13. Jahrhunderts getrennten Linien, des von Ludwig ausgehendenStammes Wangenheim, und des von seinem Bruder Friedrich ange-fangenen Stammes Winterstein ist nicht zu finden. Helmsiegel sinduns in diesem Zeiträume nicht aufgestossen, und Siegel auf denen dasWappen mit Helm und Helm-Zierde dargestellt ist, finden wir zuerst imJahre 1411 und zwar von Ritter Jacob von Wangenheim des StammesWangenheim und Ludewig von Wangenheim des Stammes Win-terstein gebraucht. Während das Siegel des Letztgenannten (Fig. 18)den Helm und den Adlerflug darüber in ziemlich mangelhafter Zeichnungdarstellt, und es zweifelhaft lässt, ob auf dem Helm auch der Fürsten-hut aufliegt, oder der Adlerflug direct auf den Helm gesetzt ist, zeigtJacobs Siegel sehr deutlich den zur Seite links gestellten Helm, darüberden Hut und hinter demselben den Adlerflug hervorwachsend, (Fig. 15),ausserdem aber ist es aussergewöhnlich, dass auf diesem Siegel der Schildstatt nach rechts nach links gestürzt erscheint, und in demselben die Bal-ken rechts und der Hund links gestellt ist. Es beruht dies wahrschein-lich auf einem Irrthum des Formschneiders, und hat vielleicht die ersteVeranlassung dazu gegeben, dass man in der Verschiedenheit der Stellung
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