4 I. Buch Erstes Capitel.
eher 1133 urkundlich erscheint, von Generation zu Generation verfolgenkönnen, und war der Otolf vielleicht sein Vater oder ein entferntererVorfahre. Dieser Otolf mag denn auch, da die Namen Otolf, Otto,Odo, Udo als gleichbedeutend anzunehmen sein dürften, der Udo vonWangenheim sein, welchen Hr. v. Gleichenstein zum Stammvaterdes Geschlechts und im Jahre 936 zum Erbauer von Wangenheimmacht (Gotha diplomatica Genealogische Tafeln des Geschlechts Wan-genheim). Ob der Ditmar, welcher seine Güter in Wangenheim undHaholtesheim (Hochheim?) dem Stifte Fulda übergiebt, demselbenGeschlechte angehört hat, steht nicht zu erweisen, bleibt aber wahrscheinlich.Wenn die Thüringenschen Chronisten das Wangenheim'sche Ge-schlecht ebenso wie das Erffa'sche bald mit den Hunnen bald mit denSachsen oder aus Ungarn nach Thüringen kommen, und sich an derNesse anbauen lassen, so fehlt diesen Erzählungen ebenso sehr der hi-storische Beweis, als der von andern Chronisten aufgestellten, und vomDr. Emil Bückert neuerdings in seiner Monographie „die Vorzeit Al-tensteins und Liebensteins" geistreich ausgeführten Hypothese, wonachdie Familie Wangenheim aus dem Elsass stammen, und ihr Ahnherrgleich dem der Herren von Madelungen, von Goldbach, von Lau-ch a u.s.w. zu den zwölf schwarz geharnischten Bittern gehört habensoll, welche der Sage nach den Grafen Ludwig den Bärtigen nachThüringen begleitet, und dort gleich diesem Erwerbungen gemachthätten, welche sie nach ihren Stamm-Orten im Wasgau mit deren Ka-men Schauenburg, Wangenheim, Goldbach, Lauchau. s. w. wie-der benannt hätten. Das Chronicon Thuringicum eines Anonymi auf derDresdener Bibliothek (Schoettgen & Kreissig Script. I, p. 87) nenntnur „zwei Ehrbare Mannen, die nun von Wangenheim und von Made-lungen heissen", als Begleiter Ludwigs mit dem Barte.
Die Gleichheit oder Aehnlichkeit der Ortsnamen und ihre Gruppirungin verschiedenen Gegenden kann hier um so weniger ins Gewicht fallen,je mehr der Namen der Oertlichkeit selbst entnommen ist und auf dieselbepasst. Dieses ist aber beim Schlosse Wangenheim einer in einem wei-ten Wiesengrunde (Althochdeutsch Wanga, welches durch campus undpratum übersetzt wird) liegenden Behausung (Althochdeutsch heim) derFall. Finden wir nun auch im Elsass westlich von Strassburg eine Ort-schaft Wangen und eine Wangenburg, welche uns an die in der Ge-gend von Worms sonst gesessenen Wangionen erinnert, so wiederholtsich dieses doch eben auch in Baden, Würtemberg und Bayern, wo unssowohl im alten Schwaben und Bayern als in Franken neben den vielfa-chen mit -wangen endigenden Ortsnamen, auch die Namen Wangen,Ober- und Unterwangen, Gross-, Klein- und Niederwangen be-gegnen. Aber auch in der Thüringenschen Nachbarschaft finden wir an
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