78. Domus mea domus oracionis vocabitur. 421
in dem liehte. Die grossen meister von Paris die lesent die grossen Melierund kerent die bletter umb; es ist wol gut, aber dise lesent das lebende buch,do es alles inne lebet, su kerent den himel und das ertrieb umb und lesentdaz wunderliche Averg Gottes, und gent vor an daz undersclieit der heiigenengein und kumment vorn an die obersten botschaft der heiigen drivaltikeit, 5wie der vatter den sun eweclichen geborn liet, wie daz ewecliche wort ewec-liche het gespilt in dem vetterliehen hertzen, und wie der heiige geist flüssetvon in beden, und wie die heiige drivaltikeit sich ergüsset in alle selige geisteund wie sü sich wieder ergiessent in wunderlicher selikeit. Dis ist die selikeitvon der unser herre sprach: 'das ist das ewige leben das sü dich vatter be- 10kennent, und den du gesant liest, Jhesum Cristum.' Das ist das wore leben indisem tempel, dis ist daz edel wartespil, hie ist der oberste priester in simeeigen palaste, hie ist das riche ervolget, wenne hie ist die wore gegenwertikeitin der alles leit, alles liden verswindet. Wer dis befunden hat, der weis disalleine; dis ist allen kunstenrichen meistern noch den wisen unbekant. Aber 15welich mensche dis allermeist in disem lebende bevindet und diseme aller nehstkummet, der sol do Got aller nehst sin und sol dis allermeist in ime rundenwerden und süllent aller seiigest sin. — Das dirte stucke von dem diser heiigeschribet, daz ist gebet. "Waz ist gebet? Zu dem ersten, also geschriben stot,daz ist ein ufgang des gemütes in Gotte; in eime nehern sinne so ist gebet ein 20vereinender inker des geschaffenen geistes in den ungeschaffenen geist Gottesmit eime fürsatze das do wurt beweget von ewikeit der gotheit. Dis sint dieworen anbetter die den vatter anbettent in dem geiste und in der worheit, undder vatter begert alsolicher die in anbettent also Cristus sprach; dis sint diedie enphahent waz su bittent, und vindent waz sü süchent. In disem gebende 25wurt funden und verlorn. Waz wurt verlorn? der tempel wurt hie verlornund der geist und alles das do wir von gesprochen hant. War ist es alleskummen? es ist in Got geflossen und ingelossen und ist ein geist mit Gotteworden, also der liebe Sant Paulus sprach: 'der Gotte anhanget, der wurt eingeist mit ime.' Was daz si und wie daz si, do ist bas abe zu bevindende 30danne zu sprechende; dis ist also ungelich und also kleine das hievon ist ge-sprochen, also einer nalden puntelin gegen dem grossen himel. Got gunne unsdas wir es ervolgen, und daz uns das geschehe, des helffe uns Got der vatter,und Got der sun und Got der heiige geist. Amen.
1. Die Dr., Dise S. 5. vnnd da erkennen sy denn vor an die oberst Dr. vornan S.15. nach dem wissen Dr. 34. Es folgen in Schmidts Abschrift (S) hier die oben als 58, 50,60 (aus E) abgedruckten Stücke: Dis ist ein gut lere und ein heilige manunge, Dis ist einkurtze bichte, Dis ist ein gute lere, womit dort die einschlägigen Stücke von F bereits verglichensind; die wenigen Abweichungen in S sind am Schluß des Bandes nachgetragen.