77. Qui miohi ministrat, me sequatur. 417
in. — Sant Augustinus sprichst: 'es ist kein ding alse sicher also der dot,und kein ding also unsicher alse die stunde des tode s \ wanne oder wie erkumme, die zit, die wise des todes; und darumb enist keines dinges nöterdanne daz man on underlos bereit si und das man daz wisse und nüt enwene;und darumb sint wir in der zit, nüt umb keinre werke willen, allein umb 5wissendes willen, das die werg fliessent us dem wissende also die fruht us demboume. Darumbe daz sol unser übunge sin in der zit daz wir me Avissendesgewinnent und noher kumment, und darumb der sich selber wol durchbrochenhet und sich über die zit wol erheben kan und in Gottes willen und in sinheimliche.it alles sin leben geordent het, den vermenigent und zerströwent und 10hinderent nut die minne und die ding die die zit inne hat und von ir zusieht;wanne so des menschen gemiite me und inrelicher in Got geheftet ist, so dermensche gefrideter und geordenter und glicher in allem sime tünde ist und un-verworrenre blibet, und das ist ein zeichen eins guten menschen das alles sintun alsolich si also er begert zu sinde so der lichame begraben wurt in der 15erden, das die sele denne werde begraben in der grundelosen gotheit. Darumbsint wir alleme in der zit, und das wir nu daz versument, das müs uns iemerversumet sin. Wes die ubergeschrift des pfenniges ist, dem git man denpfennig on alle widersproche Gottes oder creaturen. Und des sehe ein ieglichesin sinen grünt tegeliche und dicke waz sin Überschrift si, was von ime aller- 20meist geminnet und gemeinet und gesuchet si, was in allermeist trösten, er-fröwen, bewegen möge, waz ime aller dickest und allermeist inne si, wie liepime zu Gotte si und zu allen göttelichen dingen, es sint Gottes frünt oderGottes dienst oder was in angehört, wie ime darzü si und wie ime singemüte zu Gotte gekert si und in welicher wisen sin wille und ouch sin us- 25rihtunge sins lebendes und sine wandelunge, wort und werg sint, und sehe wieime selber zu ime selber si: obe ime üt me smacke und lust bringe innewendigoder ussewendig sin lust, sin nutz, sin trost, sin ere, sin vorteil,.sin fnint, singut, sin gemach danne die göttelichen ding. Der dise ding me durchgründet inrehter bescheidenheit, der gewinnet ein wissen in grosser demütiger züversiht 30war er höre und waz sin ubergeschrift si, das ist der grünt siner meinunge indem gründe; wanne sint sicher: ist in des menschen gründe üt oder einig dingdas nüt wer liehe Got enist und Got nüt ein wore sache enist, du sist es selberoder waz daz ist, wie kleine das ist: alle die wile daz daz do stet, so enwurtdir Got niemer gruntlichen, und schruwest du darumb also vil trehen also daz 35gantze mer wassers hat, es enhulffe dich nüt, du müst des iemer enbern also
5 f. alleine danne u. F. 8. selber nv w. F. 10. v'nienigunt F (l: vermenig-valtent? vermenigvaltigent ?). 11. zv sleth F. 12. so f. F. 17. alleine F, alle 8.
27. selber vor zu f. F. 27 f. i. ding o. F. 28. vrteil F. 28 f. sin gut F, f. S. 29. me]alle wol F. 30. in—züv.] und nüt ein wenen F. 31. gebore F. sin] si F. 32. ding
f- F. 33. des S.
Deutsche Texte dos Mittelalters XI. 27