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Die Predigten Taulers : aus der Engelberger und der Freiburger Handschrift sowie aus Schmidts Abschriften der ehemaligen Straßburger Handschriften
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362
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362 66. Querite primum regnum Dei et justiciam eius.

selber in allem sime richtiim. In dem liehe wirt Got unser [175 r ] vatter undbewiset sich do die vetterlicli trüwe und die vetterlich kraft. Und in dem soer stat in uns vindet ze wirkende, do wirt der name Götz geheiliget und ge-grösset und bekant: das ist sin heiligen in uns, das er in uns richsen müge5 und sin recht werk in uns gewürken müge; do wirt sin wille hie in der erdenals do in dein himel, das ist: in uns als in im selber, in dem himel der er selbselber ist. Och wie git man sich in clisem so dicke uf in sinen willen undnimet sich so snelklichen wider und enphelt dem!

Nu lieb aber wider an und gib dich ime aber uf! Gib dich dem göt-

10 liehen willen gevangen in rechter gelossenheit und getruwe der vetterlichenkraft die alle ding vermag und der du so dicke und dicke so offenließ gewarbist worden und alle stunde und tage gewar wirst. Engetarst du dich der mitlossen? Suche sine gerechtekeit; das ist sin gerechtekeit das er bi den blibedie in innerlichen süchent und in meinent und sich an in lossent. Nu in den

15 richset Got. Alle die sich in rechter gelossenheit zu Gotte haltent und sichan in lossent, den vellet alle ungeordente sorgveltikeit ab. Nut das man Gotut sülle bekoren; wan man mus harte wol haben ein vernünftige wislichefürsichtikeit zu allen geordenten dingen, wie es gebürt dir und clime nechstenund ze dienste dir [175''] und der gemeinen minne, und das ein ieklich ding,

20 als es gevellet, in guter füge und in bescheidenheit werde getan. Und dasselbe das man meinde in der lidikeit in der kilchen, das selbe sol man meinenin aller wirklicheit, man würke, man rede, man esse, man trinke, ze slaffende,ze wachende: meine in alles und nüt des dinen.

Nu mochte man sprechen von dem das Got nieman enlot der im ge-

25 trüwet: er lot doch dicke gute menschen grossen gebresten liden. Das tuter, als bischof Albrecht spricht, umbe drije sache.

Das eine: das er den menschen versuchen wil, ob im der mensche ütgetürre geloben und getrüwen. Dar umbe lot Got dicke den menschen in notkomen, das er in lere gelossenheit, und och, als er ime usser der not gehilfet,

30 das er in denne bekenne und sine früntschaft und sin helfe, das sine minneund danknemkeit daiman ab wachse, und Gotte naher kome und lieber werde,oder das er hie mit im sin vegfür minren wil, oder zu eime urteil die die eswol besseren mügent und es nüt entünt.

Liebes killt, suche denne zem ersten das rieh Götz, das ist: luter blos

35 Got und nüt anders. So die minlicheit alle ab geworfen werdent, so wirt derwille Götz in der erden als in dem himele, also als der vatter eweklich hat

7. Och v.J. IL in Ach korr. E (doch 344,25; 345,19 u. ö. urspr. ach). 8. sich E 89,sin 8. 1416. Nulossent f. S. 16. vor den urspr. von; dann cjestr. E. 17. üt /'. S.

19. das vor ein gestr. E; steht S. 25. grosse 8. 27 T E. 27/'. üt glouhe und getruwe S.29. usser der not /'. S. 30. vH vor sine fr. a. IL und Zeilenanfang v. j. 11. nachgetr. E.

32. oder] und S. im /' S. nach die ein zweites die v.j. H. übergeschr. E, f. S.