Druckschrift 
Die Predigten Taulers : aus der Engelberger und der Freiburger Handschrift sowie aus Schmidts Abschriften der ehemaligen Straßburger Handschriften
Entstehung
Seite
331
Einzelbild herunterladen
 

61. Hie venit ut testimonium perhiberet de lumine.

331

Zu dem ersten in einer bedekter wise. In disen grünt so enmügent diekrefte mit gelangen bi tusent milen nahe. Die wite die sich in dem gründedo wiset, die enhat weder bilde noch forme noch wise; es enhat weder hienoch do; denne es ist ein grundelos abgründe swebende in im selber sundergrünt, als die wasser wallent und flogierent: iezent sinkent si in ein abgründe 5und schinent als do kein wasser ensi; über ein kleine stunde rüschet es herus_als ob es alle ding ertrenken welle. Dis gat in ein abgründe; in disemist eigeulich Götz wonunge verre me denne in dem himel oder in allencreaturen; der liar in gelangen könde, der fünde do werlichen Got und fündesich in Gotte einvelteklich; wan Got enscheidet niemer von disem; im wer ioGot gegenwürtig, und ewikeit wirt hie bevintlichen und smeklichen funden,und do ernst weder für gondes noch nach körnendes. In disen grünt enmagkein geschaffen liecht nüt gereichen noch gelüchten, wan allein Götz wonungeund sin stat ist hie. Dis abgründe das enmügent mit nute erfüllen nochgegründen alle creaturen; si enmügent mit nute begnügen noch gefriden, noch 15nieman wan Got mit aller siner unmosse. In dis abgründe gehört allein dasgöttelich abgründe. Abyssus abyssum invocat. Diser [M7 r ] grünt, der desmit flisse war neme, der lüchtet in die krefte under sich und neiget undreisset beide die obersten und die nidersten zu irem beginne und zu iremUrsprünge, ob es der mensche war neme und bi im selber blibe und wer 20gehörig der minneklichen stimme die in der wüstunge in disem gründe raffetund leitet alles in bas in. In diser wüsti do ist also wüst das nie gedankin die in kau. Nein, nüt: alle die vernünftigen gedenke die ie mensche ge-dachte von der heiligen drivaltikeit, do etliche vil mit umbe gont, der enkannie keiner her in. Nein, nüt; wan dis ist so innig, so verre und so verre; 25wan es enhat weder zit noch stat. Es ist einvaltig und sunder underscheit,und wer her in geratet recht, dem ist als er alhie eweklich gewesen si undals er ein mit dem selben si, noch denne das es nüt enist denne ögenblike, unddie selben blicke die vindent sich und zöigent sich ein ewigkeit; dis lüchtet esus und git ein gezüg das das der mensche was e weltlichen in Gotte in siner 30ungeschaffenheit. Do er in im was, do was der mensche Got in Gotte.

Sant Johannes schöbet: 'alles das gemacht ist, das was in im einleben.' Das selbe das der mensche nu ist in siner geschafl'enheit, das ist er

2 f. gr. bewiset S. 5. und flogierent f. S. iezent teilw. auf Ras. E; nu S.

6/ 1 . kl. wile rusebet e. h. wider u. S. 7. in ein abgr.] nider 8. 8. verre f. S. 9. fünde(vor sich) f. S. 10. gescheidet sich n. S. 14 f. abg. mug. alle er. nit ergr. u. erfüllen, sü S.15. befriden 8. 17 f. Der dis grundes m. it. wolte waniemeu S. 21. nach gehörig stehtist E, f. S. 22. in nach bas f. S. 23 f. in die in kan] drin kam S. 25. wan dis] es S.tu so auf Bas. E. 25/'. und so —enhat] und het 8. 27. recht f. S. 28. noch — ögen-

Mike] und si do nument ein ougenblig S. 30. gezüg, hon. gezügnisse S. das das so E;

'••' des das?; das er, Jcorr. das es S,

r