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Die Predigten Taulers : aus der Engelberger und der Freiburger Handschrift sowie aus Schmidts Abschriften der ehemaligen Straßburger Handschriften
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294
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294 60 c. Qui manducat meam carnem et bibit meum sanguinem, in me manet et ego in eo.

Nu müssen wir sprechen von der lipliclier spise; aber es lwtet gröb-lichen und machet doch verstentlich.

Sant Bernhardus sprichet: 'als wir dise spise essent, so werden wirgessen'. Die lipliche spise die wir essen zu dem munde in, die küwet man zu5 dem ersten, und denne get si senfteklich durch die kelen bis in den magen,und do wirt si verzert von der liitze der lebern. Und der mage der kochetdie spise und teilet das grobe, das böse von dem guten. Und wenne einmensche als vil spise esse als eines phundes gros, des enkunt an die naturenüt als vil als das aller minste gewichte. Das ander wirffet der mage al

10 töwende alles us in manigen enden. Und als es in den magen kumet, so hates noch denne wol dri grete e es zu der naturen [130 r ] kome; und das dermage denne also gekochet und getöwet hat mit der natürlichen hitze, sokumet ein oberste kraft der seien, die Got dar zu geordent hat, und teilet dasal umbe dem höbte und dem herzen und eime ieklichen gelide, und wirt denne

15 fleisch und blüt, und dis gat durch die äderen. Eecht alsus ist dem lichamenunsers herren. Als die lipliche spise in uns wirt gewandelt, recht also werdise wirdekliche isset, der wirt gewandelt in die spise.

Also sprach unser herre zu S. Augustinus: 'nüt ensol ich gewandeltwerden in dich, sunder du solt gewandelt werden in mich'. Dise spise, der si

20 wirdeklich enphahet, so get si durch die ädern in den inwendigen grünt,

Nu nemen wir S. Bernhartz wort. Als wir lipliche spise essent, soküwen wir zem ersten, und denne sinket si nider in den lichamen senfteklich.Was ist dis küwen? Sprach S. Bernhardts : 'wenne wir Got essen, so werdenwir von im gessen; so isset er uns.' Wenne isset uns Got? Das tut er wenne

25 er in uns unser gebresten straffet und unser inwendigen ögen uf tut und gituns ze erkennende unser gebresten; wan sin essen das straffet die consciencie,das bissen und das küwen: als man die spise in dem munde wirffet um herund dar, also wirt der mensche in dem straffende Götz har und dar geworfenin angst unde [130 "j vorchte und in trurikeit und in grosse bitteikeit, und

30 enweis wie es im ergan sülle.

Liebes kint, lide dicli in dem und lo Got wol essen und küwen undengang dannan us nüt und küwe dich vaste mit nute, das du dis straffen ütda mit vertribest, das du ze haut us lötest zu dem bichter. Und dennedunket dich es si alles getan in dir, do mit du dich dis stroffendes erwerest.

1. ab' es (v.j. IL?) auf Bas. E. lüh a. 11. (v.j. IL?) dem (urspr.) tet vorgesetzt E,lutet 88, luchtet S. hinter lühtet und hinter machet: es rad. E. 3. Sant. B'n. E. 4. Vnd(vor die k.) rad. E. 9. nüt also das S, n. als vil also d. 88. 9 f. al töwende /'. S. 11. denne(hinter e) geslr. E. 12. Denne (nach hitze) gestr. und dafür a. 11. so E. 15. ist es umbeden 1. S. 16. als in also v. j. IL liorr. E. 18. Aug' E. 1!)/'. Und der dise sp. w. S.

20. durchget: durch geslr. E. 21. Sante Bernhart sprichet: S (ebenso 88 in ZI. 23). 23. S.B'n. E. 26. ist das (vor str.) gestr. E. 29 f. und in gr. —sülle f. S. 31. Got] dich S.32. mit: in der ZI. Bas.; a. B. mit Verw.: Mit E. 32. mit —295, 2 Aber] und S.