120 32. Scriptum est in Johanne: caro raea vere cibus est.
sü sich rehte abe und getröstent sich sin. Nein, liebes kint, nüt also; en-getröste dich sin nüt also lichteclichen, des allerbesten lutersten gutes, alsoeines dinges das nüt sin enmuge; wanne wiltu flis haben, so mahtu Goterkriegen und das edel luter gut in allen wisen und wesende do du inne bist,5 Aber du solt ein getruwelich flissig warnemen haben din selbes und ein ane-sehen und insehen in aller raanigvaltikeit, in wisen, in werken, bi allen,menschen, in tünde und in lassende, in ussewendiger übunge sol daz allermeiste teil ingekert sin und fürbas jagen und ein insehen haben. Und aberalso man lidig und müssig ist, danne sol man mit allen teilen und mit allen
10 kreften und sinnen inne sin gesammet und füreinet und in den grünt ver-suncken sin. Kinder, von disem unsprechenlichem adel enist uns nüt mügelich.zu sprechende noch enkunnent es mit nute verston; und der uns einenmenschen her satte der in sime natürlichen adel stunde, in der luterkeit alsoAdam stunt in dem paradise, in der naturen sunder alle genade danne in
15 blosser naturen, der selbe mensche were also klare und also luter und alsowunnesam und vol genaden das enkein menschliche verstentnisse enmöhte dieluterkeit nüt begriffen noch verston mit vernunften. — Und wie solte denneenkeine Vernunft dis überwesenliclie abgrunde begriffen, do dise minneclichelebende spise dem menschen wunderlichen wurt vereinet und in alzümole in
20 sich zühet und in sieb verwandelt, me wanne alle die einunge si die mensch-liche verstentnisse erdencken mag in alle und über alle verwandelunge, verreme denne ein kleines tropfe!in wassers in eime füder wines sich verliere undvereinet mag werden, oder der sunnen schin irme glaste, oder die sele demlibe, die einen menschen und ein wesen machent. Hie in diser vereinunge
25 wurt der geist gezogen und erhaben über alle sine krangheit und natürlichenund ungelicheit, und wurt do gelutert und verklert und erhaben über alle sinekraft und über sich selber und sine wise, und alles sin wurken und sin Avesenwurt mit Gotte durchgangen und wurt in eine götteliche wise gewiset undüberfürt, und do wurt die geburt in der worheit geborn, und do verlüret der
30 geist alle gelicheit und verflüsset in götteliche einikeit, gelicher wise also dasfür würeket in daz holtz und benimm et inie die füchtekeit, die grünekeit unddie grobekeit und machet es warmer und hitziger und gelicher. Also dannedas holtz also lange der gelicheit neher kummet, so die ungelicheit me und meflühet, so in einer sneller stunden so zühet daz für die materie des holtzes abe
35 und wurt öch für und verlüret die materie beide ungelich und gelich und istfür worden und ist nüt me gelich, sunder ist eins mit dem füre worden. In
6. u. ein i. 88. 7. und f. 88. ü. s. S 91, ü. also s. 88. 10. inne] inne-
wendig 88. 20. vereinunge 91. 21. wandelunge 91. 25. und erhaben f. 88.
26. geklert 88. 30. zu gelicheit:] 'Cod. 88, corrig.: ungelicheit'. gottelicher 91. 31. f.und ouch d. 88. 36. In] und 91.