77wurde dieses lang ersehnte Wilna anstatt nützlich zuwerden, nur schädlich. Als sich nun endlich die Häuserauch öffneten, so strömte alles hinein, froh und zufrieden,sich einmal wieder erwärmen zu können. Die Habsuchtder Juden schaffte für schweres Geld Essen herbei, undso ruhte denn jeder, so gut sich's thun ließ, aus. DieBergischen hatten sich ziemlich zusammen gefunden. Ka-pitain Bachhofen war eben mit einem Kommando ausder Heimath hier angelangt; er hatte auch eine kleine Kassemit sich gebracht, die an die anwesenden Offiziere vertheiltwurde. Doch kaum hatte die Menge sich einiger Maßeneinquartiert und erwärmt, als auch die Russen schon an-rückten und die Stadt angriffen. Die braven Bayernschützten, so lange sie konnten; man schlug sich bereits inden Straßen und so mußten wir am 10. Wilna wiederverlassen. Auf den Höhen von Ponari erneuerte sich leiderdas alte Schauspiel, die Kassen und Wagen wurden ge-plündert. Die Russen hatten diese Höhen besetzt, und so-mit mußten alle Wagen und die Artillerie stehen bleiben, in-dem keine Möglichkeit vorhanden war, dieselben den kleinenmit Glatteis überzogenen Berg hinaufzuschaffen. Nur derkaiserliche Schatz wurde gerettet, indem man denselben un-ter die Grenadiere der alten Garde vertheilte, von denenjeder nachher seinen erhaltenen Theil wieder ablieferte:eine Soldatentreue die unter allen, besonders aber denjetzigen Umständen, die rühmlichste Anerkennung verdient.Bei diesem fatalen Auftritte vermißte man Niemand so
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Erinnerungen aus den Feldzügen der bergischen Truppen in Spanien und Rußland
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