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Die Todtenfeier des Kaisers Napoleon : [I. von Frankreich]
Entstehung
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der Herzog von Reichstadt rechtmäßiger Thronfolger sei. Als nach demvielbeklagten Tode des jungen Fürsten dieses Hinderniß wegfiel, dauertedas andere, die Aufregung des Volkes, fort. In einer Zeit, wo in re-gelmäßigen Zwischenräumen die furchtbarsten und blutigsten Aufständeausbrachen, Aufstände, zu deren völligem Gelingen nichts fehlte, alsdaß auch die Treue des Militairs, wie im Jahre 1830, gewankt hätte, in einer solchen Zeit wäre es im äußersten Grade unklug gewesen,durch eine Feier, wie die Beisetzung der Überreste Napoleon's zu Paris,den Leidenschaften frische Nahrung zu geben. Wie sehr daher auch diePresse mahnte, wie viele Bittschriften auch alljährlich bei der Deputir-tenkammer einliefen, blieb der Wunsch des Volkes, seinen Kaiser wiederzu besitzen, vergeblich. Der besiegte Aufstand im Jahre 1839 aber er-schien als eine so völlige Darniederwerfung der republikanischen Parteidaß zwar nicht das schüchterne Ministerium Molé, aber das demselbenam 1. März 1840 nachgefolgte kühne Ministerium Thiers ernstlichdaran dachte, die Gebeine Napoleon's nicht länger in fremder Erderuhen zu lassen. Es hatte dazu den besondern Grund, daß das Volkvon ihm große Erwartungen sowohl einer freiern innern Politik alseines furchtlosen Auftretens gegen das Ausland hegte. Daher suchte esdurch eine erste Handlung voll Glanz, die einen langgehegten Volkswunschbefriedige, die Massen für sich zu stimmen. Thiers leitete Unterhand-lungen mit dem britischen Cabinete ein, und aus der Schnelligkeit, mitder dieses in die Abholung der Gebeine Napoleon's willigte, ergab sichder völlige Ungrund der in Frankreich allgemein verbreitet gewesenen Mei-nung, daß England die sterblichen Überreste des Kaisers nicht ausliefern,sondern ihn gleichsam noch nach seinem Tode gefangen halten wolle.Am 12. Mai 1840 bestieg der Minister des Innern, Remusatdie Rednerbühne und machte der Kammer im Namen der Regierungfolgende Mittheilung:Meine Herren, der König hat Seiner königlichenHoheit, dem Prinzen von Johnville Befehl ertheilt, mit seiner Fregattenach der Insel St. Helena zu segeln, um die sterblichen Überreste desKaisers Napoleon von dort abzuholen.Nachdem der stürmische aus allen Seiten des Saales tönendeBeifall den Minister wieder hatte zu Worte kommen lassen, fuhr er