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Die Todtenfeier des Kaisers Napoleon : [I. von Frankreich]
Entstehung
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Als in Folge der Juliordonnanzen des verhängnißvollen Jahres1830 der Aufstand des pariser Volkes ausbrach und dieses durch desMarschalls Marmont, der seine Truppen, für deren Unterhalt nichteinmal gesorgt war, zu sehr verstreute und vereinzelte, verkehrte Maß-regeln und durch den Übergang des Linienmilitairs den Sieg errang:stürzte der Thron der ältern Linie des Hauses Bourbon zusammen,wurde die dreifarbige Fahne wieder Frankreichs Banner, lebte die Re-volution von 1789 und die Volkssouverainetät neu auf. Die Depu-tirtenkammer betrachtete sich als das zum Handeln berechtigte Organdes Volkes und berief die jüngere Linie des Hauses Bourbon in derPerson des Herzogs Ludwig Philipp von Orleans auf den Thron; dasvon Gottes Gnaden wurde aus dem Titel weggelassen, es gab keinenKönig von Frankreich mehr, sondern er hieß von nun anKönigder Franzosen. Die nothwendige Folge war, daß sämmtliche Regierungen vor der Rückkehr der Bourbonen wieder, wenigstens in denAugen der Franzosen, rechtmäßige wurden und aus dem, bisherUsurpator gescholtenen Bonaparte wieder der Kaiser und König Napo-leon ward. Es war nur natürlich, daß nach einer solchen Umwälzungder Wunsch des Volkes, die Gebeine seines Helden nicht mehr in frem-der Erde zu wissen, sondern auf französischem Boden mit allem, einesrechtmäßigen Monarchen würdigen Gepränge beizusetzen, lauter undfeuriger als je wurde. Noch im Jahre 1830 wurde in der Deputir-tenkammer der Antrag gestellt, die sterblichen Überreste des Kaisers Na-poleon von St. Helena nach Frankreich zu überbringen, erhielt aber dieStimmenmehrheit nicht. Das ist sehr erklärlich. Man mußte besorgen,daß bei der damaligen außerordentlichen Aufregung des Volkes, durchdie Ankunft der Asche des Kaisers der kriegerische Enthusiasmus derFranzosen einen solchen Höhepunkt erreichen werde, daß es unmöglichwurde, ihn zu zügeln. Die Machthaber von 1830 wollten nicht Krieg,sondern Frieden, und man muß es Ludwig Philipp Dank wissen, daßer eine Politik einschlug, die denselben zum Heile der europäischen Weltbewahrte. Noch lebte Napoleon's Sohn, und wenn man jenen durcheine feierliche Beisetzung als Kaiser und König anerkannte, war esschwer zu leugnen, daß, sobald derselbe rechtmäßiger Herrscher gewesen,