daß vielleicht nach vier oder fünf Jahrtausenden gelehrte Alterthums-forscher aus Bruchstücken uralter Übersetzungen weniger Stellen auslängst vernichteten Werken in vergessenen Sprachen untergegangenerVölker, einen großen Herrscher der Vorzeit herausbuchstabiren, welcherNapoleon oder Apollyon geheißen habe.Wenn es sich daher ereignen möchte, daß in Folge irgend einertotalen Umwälzung der Menschheit oder der Erde selbst, Napoleon'sName nach vier bis fünf Jahrhunderten nicht mehr genannt würde, sowäre dies noch immer keine „armselige Unsterblichkeit". So lange eineeinzige der lebenden europäischen Sprachen, und wäre es die des ihmfeindseligst gewesenen Volkes, noch geredet, ja nicht einmal mehr gere-det wird, sondern zu einer Sprache geworden ist, wie jetzt der Sanskrit,das Altarabische oder Altgriechische, so lange wird auch die Würdigungder Thaten Napoleon's und die Bewunderung seiner großen Eigen-schaften fortdauern. Zwar werden die Jahrhunderte den Enthusiasmusmäßigen, aber die Geschichte wird immerdar von ihm berichten, daß derHaß mit seinem Tode verstummte, daß sein Name, während Millionennoch lebten und leben, die durch ihn gelitten, selbst bei diesen zum Cul-tus geworden sei, daß er dadurch eine Apotheose erhalten, wie vor ihmnoch kein Sterblicher. Was ist es, das den Deutschen, den Engländerwie mit einem Zauber bestrickt, wenn der große Name Napoleon aus-gesprochen wird? Das erhebende Gefühl ist es, daß unsere Zeit einenMann hervorgebracht habe, welcher, weitab vom Purpur geboren, sichzum Throne emporschwang, der als Feldherr und Regent seines Gleichenjetzt nicht hat, noch jemals gehabt hat, Cäsar etwa ausgenommen, demzur vollen Glorie des Ruhmes fehlt, daß er nicht wie Napoleon durchdie allgemeine, laute Stimme des Volkes, sondern durch Auflehnunggegen die Gesetze, durch Bürgerkrieg zur höchsten Gewalt gelangt ist.Giebt es einen Russen, einen Spanier, einen Moslim, der nichtwünschte, ein Mann von Napoleon's großen Eigenschaften möchte aufdem Throne seiner alten Herrscher sitzen? Sein beispielloses Unglück,das er mit der Standhaftigkeit eines Prometheus trug, hat gefühnt,was er als Oberhaupt der unruhigsten Nation der Erde, durch seineganz eigenthümliche Lage gezwungen, gegen die Freiheit der Völker
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